Karl Bitter. Sck.'s Verhältniss zu A. v. Humboldt. 461
dass die bescheidenen Wünsche des auch durch seine päda-gogische Tüchtigkeit ausgezeichneten Lehrers, dessen Vor-träge an der Universität wachsenden Beifall fanden, erfülltund die ihm nöthig erscheinenden Reisen ihm ermöglichtwurden. Von grösster Wichtigkeit war für ihn und seinewissenschaftlichen Bestrebungen, dass 1827 Alexander vonHumboldt aus Paris nach Berlin übersiedelte; auch zwischendiesem und Schulze sind bald Beziehungen angeknüpft, dieden Beiden am Herzen liegenden wissenschaftlichen Inter-essen und ihren Vertretern mannigfache Förderung gebrachthaben*).
Auch Schulzes Zusammenwirken mit Humboldt sprichtgegen die einseitige Ansicht, welche nur seine Verbindungmit Hegel ins Auge fasst; ist er durch diese auch den Ver-tretern der Naturwissenschaften gegenüber wohl zu einzelnenbedenklichen Urtheilen, Handlungen und Versäumnissen be-stimmt**), so kann doch, wer im Zusammenhang die unterseiner Mitwirkung vollzogenen Berufungen überblickt, nichtverkennen, dass auch auf diesem Gebiet er und Alten steinmit Eifer und Erfolg sich bestrebten, durch wissenschaftlicheLeistungsfähigkeit hervorragenden Gelehrten die geeigneteWirkungsstätte zu verschaffen. War in Deutschland in der-selben Zeit, in welcher der glänzende Aufschwung der Geistes-wissenschaften begann, die Entwickelung der Naturforschunghinter der anderer Länder, namentlich Frankreichs zurück-geblieben, so sind Altenstein und Schulze nicht nur Hum-boldts Bestrebungen zur Hebung der exacten Wissenschaftenverständnissvoll entgegengekommen: auch schon vor seinerUebersiedelung nach Berlin sind wichtige Massregeln vonihnen in gleicher Richtung getroffen.
Altenstein hat sein persönliches Interesse für natur-geschichtliche und besonders botanische Studien, das er schon
*) Vgl. A. Dove in der von ihm mit Bruhns u. A. herausgegebe-nen Biographie Humboldts II, 325 ff.
**) Bauernfeind hebt in der Allgem. Deutschen Biographie XXIV192 scharf hervor, dass Schulze zu einer Zurücksetzung Georg SimonOhms durch eine diesem ungünstige Kritik Pohls in den Jahrbüchernfür wissenschaftliche Kritik bestimmt sei.