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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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448
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448 Zweites Buch. Drittes Capitel.

er in Breslau als Forscher und Lehrer, in seinen Vor-lesungen, im Seminar und in der wissenschaftlichen Prüfungs-commission entfaltete, das ihm geschenkte Vertrauen glänzendrechtfertigte, wurde ein noch bedeutenderer Wirkungskreisihm wieder durch Schulze angewiesen, als 1838 bald nacheinander Heinrich und Näke in Bonn gestorben waren; ob-gleich die dortige Pacultät und Rehfues andere Candidatenempfahlen, erreichte Schulze, dass Ritschi, der ihn schonfrüher als seinen einzigen „Trost und Hort" bezeichnet hatte,nach Bonn versetzt wurde*).

Unfraglich war für Breslau Ritschis Abgang ein schwererVerlust; auch wurde sein Wunsch nicht erfüllt, dass ein an-gesehener Philologe von auswärts an seine Stelle berufenwurde; sie nahm vielmehr sein katholischer Freund Ambroscliein, der neben ihm schon in Breslau gewirkt hatte; baldtrat diesem dann aber Friedrich Haase zur Seite, den ebenfallsSchulze schon vorher unterstützt hatte. Ihm hatten HaasesPersönlichkeit und seine literarische Erstliugsarbeit einenso guten Eindruck gemacht, dass er ihm eine Stelle inSchulpforta verschaffte, wo er beliebt bei Collegen und Schülernwirkte, bis er wegen Theilnahme an der Burschenschaftnicht nur von seinem Schulamt entsetzt, sondern auch zuFestungshaft verurtheilt wurde. Schulze aber zeigte auchhier, dass Ritschi mit Recht ihm nachrühmte, er lasse einentüchtigen „honetten Kerl niemals fallen"; auf seine Ver-wendung erhielt Haase, nachdem er aus der Haft entlassenwar, ein Stipendium zu einer wissenschaftlichen Reise nachParis und nach seiner Rückkehr von dort den Ruf nachBreslau**). So bewiesen Schulze und sein Minister auch indiesem Falle, dass sie nichts gemein hatten mit dem Geist derDemagogenverfolger; auch an der schlesischen Universitätist durch sie das Studium der Alterthumswissenschaft ge-

*) Vgl. Eibbeck, Eitschl I, 97 ff., 118 ff, 247 ff und über diephilologischen Studien in Breslau die zweite Hälfte von PassowsLeben und Briefen, Jahns Biographie Gerhards S. 7 ff., 29 ff. und Bur-sian, Geschichte der classischen Philologie in Deutschland S. 754 ff.

**) Vgl. Fickert, Priderici Haasii memoria (im Programm desBreslauer Elisabeth-Gymnasiums 1868) S. 20, 27 f.