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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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442 Zweites Bucb. Drittes Capitel.

Wirksamkeit als Lehrer und Schriftsteller undbesondersdarüber, wodurch sich derselbe einen so ausgezeichneten Ruferworben, dass mit Vertrauen erwartet werden könne, erwerde die erledigte Lehrstelle würdig ausfüllen". Dadurchwurden weitere Erwägungen veranlasst, und noch ehe siezum Abschluss gekommen, folgte Ritter einem Rufe nachKiel. Schon vorher war nun freilich im Frühjahr 1832Steffens von Breslau nach Berlin versetzt; Altenstein hattedadurch einem lebhaft geäusserten Wunsch des Kronprinzenentsprochen, der nur hierin die Möglichkeit sah, den ihmbefreundeten Philosophen, dessen Stellung in Schlesien durchsein Verhältniss zu den Breslauer Lutheranern unhaltbar ge-worden war, dem preussischen Staat zu erhalten*); Steffensselbst aber dachte nicht daran, die von Hegel hauptsächlichvertretenen philosophischen Disciplinen in Berlin zu lehren.So waren für sie in Berlin 1834 nur ausserordentliche Pro-fessoren thätig; zu solchen waren neben drei Schülern HegelsHenning, Hotho und Michelet auch Gegner seines Systems,nämlich Beneke, dem zehn Jahr zuvor auf Hegels Veran-lassung zeitweilig die venia docendi entzogen war, und Tren-delenburg ernannt. Erst 1835 wurde nun doch Gabler nacheiner neuen Vorstellung Altensteins berufen. In ihr wurdebemerkt, der Minister habe nach der Aeusserung des Königszunächst abgewartet, ob und in wie weit die öffentlicheStimme im Laufe der Zeit aus den jetzt lebenden Philo-sophen einen hervorhebe, von dem mit noch grösserer Sicher-heit als von Gabler zu hoffen sei, dass er den schweren anHegels Nachfolger zu stellenden Forderungen völlig genügenwerde; die öffentliche Stimme habe indessen keinen solchenzu bezeichnen vermocht. Namentlich entwickelte dann der Be-richt, den wieder Schulze entworfen hatte, wesshalb eine Be-rufung Schellings nicht räthlich erscheine, und empfahl untereingehender Darlegung aller für Gabler sprechenden Gründenochmals seine Ernennung, da das schon früher über ihn

*) Im Geh. Staatsarchiv finden sich drei interessante Briefe desKronprinzen an Altenstein vom 23. Okt., 30. Dec. 1831 und 15. Jan. 1832,welche die eigene Erzählung von Steffens im zehnten Bande seinerSelbstbiographie ergänzen.