Gymnastische Uebungen an Gymnasien wieder eingeführt. 429
Am Schluss des Circularrescripts sprach Schulze seineHoffnung aus, dass eine umsichtige Durchführung seiner Be-stimmungen, die auch den Directoren und Lehrern mitgetheiltwerden sollten, nicht nur manche wesentliche Gebrechen inden Gymnasien beseitigen, sondern auch neue heilsame Be-wegung und frisches Leben in diese Anstalten bringen undso wenigstens mittelbar der gegen sie aufgeregte Kampfdennoch wohlthätige Früchte für die höhere Jugendbildungtragen werde. Von verschiedenen sachkundigen Beurtheilernist anerkannt, wie Bedeutendes er selbst für die Erfüllungsolcher Hoffnung leistete, indem er in diesem Geiste dieGymnasien durch Erlasse und praktische Massregeln vertratund förderte*). Allerdings waren dadurch weder alle ihreGegner zu überzeugen noch alle sachlichen Anlässe zu wei-teren Schwierigkeiten und Klagen zu beseitigen. KönigFriedrich Wilhelm III., auf den die eingehende Rechtfertigungder Gymnasien nicht ohne Eindruck geblieben war, Hess inseinen letzten Lebensjahren sich doch noch zu einer neuenCabinetsordre an Altenstein bestimmen, welche sich über denUnterricht in den alten Sprachen in den Gymnasien tadelndaussprach und Anträge und Vorschläge zur Beseitigung dervermeintlichen Uebelstände verlangte. Da Schulze ein Ein-gehen auf diese Absichten nicht billigen konnte, machte er,als auf Erledigung der zunächst unbeantwortet gelassenenOrdre gedrängt wurde, wie er selbst erzählt, den Vorschlagdie Gutachten anerkannt gebildeter und im Vertrauen desKönigs stehender Männer einzuholen und in einem vorläufigenImmediatbericht, welcher aus Luthers Tischreden Stellen überdie Bedeutsamkeit der classischen Sprachen hervorhöbe, denKönig zu beruhigen. Dieser Vorschlag ward gebilligt und
Mittheilungen zeigen, von seinen pädagogischen Gegnern angeregt unddurchgeführt ist.
*) Auch Harnisch, der in seinen Aufzeichnungen über seinenLebensmorgen S. 88 sich auf die Seite derjenigen stellt, die stärker alsSchulze das christliche Princip in den Gymnasien betont sehen wollten,erklärt doch zugleich, „dass Preussen damals schwerlich einen besserenLeiter seiner Gymnasien hätte nach seinen Forderungen finden könnenals Joh. Schulze". Vgl. ebenda auch S. 83 Harnischs Aeusserungenüber Schulzes Dringen auf bessere Methode des Unterrichts.