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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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414 Zweites Buch. Zweites Capitel.

Zeit sich regten. Mit der Ausbildung eines eigenen Standesvorwiegend durch classisch-philologische Studien -gebildeterGymnasiallehrer hing es zusammen, dass Theologen wenigerals es früher geschehen war nach ihren Universitätsstudiensich mit den Gymnasien und den auf ihnen hauptsächlichbetriebenen Studien beschäftigten; in gleicher Richtung wirkteauch die 1825 verfügte Sonderung der mit der Leitung desKirchen- und Schulwesens in den Provinzen beauftragtenConsistorien in zwei Abtheilungen, eine evangelisch-geistlicheund eine ausschliesslich für das höhere Schulwesen bestimmte,das Provinzialschulcollegium. Diese Trennung ermöglichte einebessere Verwaltung der Angelegenheiten der Gymnasien durchdie Provinzialbehörden; auch sind keineswegs die religiösenund kirchlichen Interessen durch die nichttheologischen Leiterdes preussischen Schulwesens vernachlässigt. Dem Religions-unterricht wurde unter dem Ministerium Altenstein nachhaltigeAufmerksamkeit und Sorgfalt gewidmet; auch auf die confes-sionellen Unterschiede wurde grosse Rücksicht genommen,ja sie ging weiter als Schulze einst in seinen früher erwähn-ten Berichten aus Coblenz für richtig erklärt hatte. Stimmteer auch jetzt Thierschs Ansichten über den kirchlichen Unter-schied der gelehrten Schulen darin zu, dass auch er „einegesetzliche und gänzliche Trennung derselben nach Confes-sionen weder für nöthig und zeitgemäss noch für ausführbar"hielt, so fügte er doch hinzu, die Confession des Directorsund der Lehrer eines Gymnasiums müsse sich nach der Con-fession der Mehrzahl der Bevölkerung in der Stadt und Pro-vinz richten, welcher die gelehrte Schule angehöre, und nachdiesem Grundsatz wurde in der Regel praktisch hei der An-stellung von Directoren und Lehrern, ja selbst bei .der Zu-weisung der Schulamtscandidaten an Gymnasien für ihrProbejahr verfahren. Ob es räthlich dies System auch inder Zukunft zu befolgen, stellte Schulze am Ende seinesLebens selbst als zweifelhaft hin: in der That wurden da-durch manche Reibungen verhütet, aber auch die jetzt zuerstwieder erstarkenden confessionellen und clericalen Bestre-bungen gefördert. Freilich war noch die Zahl derjenigen gering,die für solche mit klarem Bewusstsein rückhaltlos eintraten;