Aenderung d. Systems u. d. Personen der Unterr.-Verw. gefordert. 331
Süvern, Schulze und Frick aus ihren Stellen entfernt werden.Letzteren, der als Justitiar des Ministeriums namentlich auchdie Disciplinar-Angelegenheiten behandelte, verfolgte Schultzmit besonderem Ingrimm, da er in ihm einen Freund derBurschenschaft sah'*). Um die bisher vermisste strenge Aus-führung der Gesetzgebung von 1819 zu sichern, sollten die Ge-schäfte im Ministerium ganz anders vertheilt, ein General-secretär eingesetzt, Generalconferenzen abgehalten und zudiesen Eylert, Snethlage, Ancillon und Scholl zugezogenwerden. Zu der Besorgung der Geschäfte der Unterrichts-abtheilung empfahl Schultz neben anderen besonders Becke-dorff. Die neu zu erschaffende Stelle eines Generalsecretärswar er trotz der Bedenken, die seiner Gesundheit ihm ein-flössten, bereit selbst anzunehmen, da wohl kein anderer Ge-schäftsmann so in die mit dieser Veränderung verknüpfte hoch-wichtige Absicht eingeweiht, so ganz von ihr durchdrungenund zugleich so im Stande wäre den Umfang der Geschäftedieses Postens zu übersehen. Er bat daher, dass baldigster selbst zusammen mit Altenstein beauftragt würde dieerforderliche Dienstinstruction auszuarbeiten.
Dass er bei allem Tadel der bisherigen Unterrichtsver-waltung, bei so entschiedener Forderung einer Umkehr allerVerhältnisse doch auch jetzt ein Zusammenarbeiten mit demUnterrichtsminister in Aussicht nahm, erklärt sich aus derfür ihn und Wittgenstein gebotenen Rücksicht auf den König.Es war ihnen bekannt, dass dieser Altenstein nicht fallenlassen wollte. Die übertriebene Besorgniss Friedrich Wil-helms ID. vor demagogischen Umtrieben trieb ihn zu manchenverkehrten und bedenklichen Massregeln; mit unbegründetemMisstrauen blickte er auf nicht wenige der treuesten Pa-trioten; nur zu grosses Vertrauen schenkte er den Mitthei-lungen und Rathschlägen der Wortführer der reactionären Be-wegung. Aber keineswegs war er geneigt, allen Vorschlägenzuzustimmen, die sie in ihrem blinden Verfolgungseifer machten.
*) Ueber Frick, den Schulze als gewandten, geduldigen und mu-thigen Vorkämpfer für Wahrheit und Eecht rühmt, s. einige leider nurkurze Notizen in den Erinnerungen seines Schwagers Barsch S. 160nnd im Neuen Nekrolog der Deutschen XII (1834) S. 223 f.