A. W. Schlegel Preussen erhalten. 315
trübe und verworrene Gegenwart Licht und Klarheit bringenkönnen. Und Herr von Altenstein gehört wahrlich zu denen,welche der Wissenschaft mit reiner Liebe huldigen und ebendeshalb einen urn so tieferen Schmerz fühlen, wenn durcheine unglückliche Verkettung von Umständen Massregelnherbeigeführt werden, welche wenn auch nicht gegen dieWissenschaft gerichtet, dennoch den Freunden und Vertreternderselben lästig und unerfreulich sind. Aus dem festenGlauben, dass die Ungunst, welche die deutschen gelehrtenBildungsanstalten und ihre Lehrer neulich erfahren haben,nicht nur nicht von Dauer sein werde, sondern sich schonjetzt wieder in Gunst und Wohlwollen verkehrt habe, er-wächst mir zugleich die Hoffnung, dass Ew. HochwohlgeborenIhren früheren Entschluss, den preussischen Staatsdienst zuverlassen nicht weiter verfolgen, sondern vielmehr auf dieeben angedeutete Weise den Herrn von Altenstein in denStand setzen werden, dem Staate einen Mann zu erhalten,um dessen Besitz er mit Grund beneidet wird"*).
Die Gesinnung, in welcher Altenstein und Schulze soeinzelnen hervorragenden Professoren gegenüber gehandeltund sie dem preussischen Staat erhalten haben, bewährten sieauch bei der Ausführung der Anordnungen des Königs hin-sichtlich einer allgemeinen Ueberwachung der preussischenBildungsanstalten. Um sicherer von den Gymnasien politischverdächtige Lehrer fern halten zu können, wurde gleichzeitigmit der Annahme der Karlsbader Beschlüsse die Bestimmungder 1817 erlassenen Dienstinstruction für die Provinzial-Consistorien, nach welcher diesen Behörden die Anstellungund Beförderung (i/esp. Bestätigung) der Lehrer an den ge-lehrten Schulen übertragen und von ihnen nur hinsichtlichder Directoren und oberen Lehrer die Genehmigung desMinisters einzuholen war, suspendirt und auch die Besetzungder niederen Stellen unmittelbar in die Hand des Ministersgelegt. Er musste wünschen, den König von seinem eifrigenBestrehen zu überzeugen, politische Agitationen in den
*) Die oben erwähnten Briefe Sohlegels und Schulzes werden im2. und 25. Band des Briefwechsels des Ersteren auf der DresdenerBibliothek aufbewahrt.