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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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Sein Verh'alfcniss zu seinen Bäthen. 277

durch verschiedenartige Reibungen gelähmt war. Noch durchSchuckmann war Süverns Ernennung zum Mitdirector derUnterrichtsabtheilung erwirkt; dadurch fühlte sich Nicolovius,der bisher allein als Director in dieser wie in der Abtheilungfür die geistlichen Sachen fungirt hatte, so sehr gekränkt,dass er um seine Entlassung bat und nur durch unzweifel-hafte Beweise des Vertrauens, das der König und der Ministerihm schenkten, sich bestimmen Hess im Amte zu bleiben.In Wahrheit verstanden er und Altenstein sich besser alsdieser und Süvern, der wohl nach früheren Erfahrungen derEnergie des neuen Chefs misstraute; wie persönliche, sosteigerten dann auch die politischen Verhältnisse SüvernsMisss'timmung; unter ihrem Eindruck beschränkte er seineThätigkeit mehr und mehr und begnügte sich im Wesent-lichen mit dem Wirkungskreis als Mitdirector für die Unter-richtsabtheilung und als Referent für die Berliner Akademieder Wissenschaften, welcher er seit 1815 als Mitglied an-gehörte. Wie sein Biograph betont*), war es bei solchenZuständen ein doppeltes Glück, dass schon 1818 Schulze,den gerade auch Süvern so warm empfohlen hatte, für diecentrale Unterrichtsbehörde gewonnen wurde und das Referatüber das Gymnasialwesen und bald auch die Universitäts-angelegenheiten übernahm. Wohl war der damals 32jährigeneue Rath in seinem Feuereifer sehr verschieden von dem16 Jahre älteren Minister; aber da beide einander gut ver-standen und voll vertrauten, waren sie eben in und wegendieser Verschiedenheit geeignet durch ihr Zusammenwirkenmit Erfolg die ihnen Beiden am Herzen liegenden Bildungs-interessen zu fördern, in deren Auffassung sie in allemWesentlichen übereinstimmten; welchen Helfer er sich inSchulze gewonnen hatte, erfuhr Altenstein schon bei derersten grossen That seines Ministeriums auf dem Gebiet desUniversitätswesens, bei der Gründung der Bonner Hochschule.Die Errichtung der neuen rheinischen Universität inBonn hatte Schuckmann noch wenige Tage, ehe ihm die

*) W. A. Passow in seiner Schrift über Süvern S. 31. Ausserdems. über Nicolovius die Denkschrift auf Letzteren von seinem SohneAlfred S. 255 ff.