Cnltus- und Unterrichtsministerium Altenstein übertragen. 273
seinen Collegen zu dem kleinmüthigeu Vorschlag vereinigt,Napoleons Wünschen entgegenzukommen und ihm selbst eineTerritorialcession anzutragen; Hardenberg hielt es daraufhinfür seine Pflicht gegen König und Vaterland, dem offenbarseiner Aufgabe nicht gewachsenen Ministerium entgegenzu-treten und an dessen Stelle die Leitung des Staats zu über-nehmen. Aber er bemerkte in seinem Tagebuch, es zerreisseihm das Herz, gegen Personen auftreten zu müssen, die er 'wie seine Söhne geliebt habe, besonders Altenstein undäusserte sich auch unmittelbar nach der Entscheidung überdiesen voll Liebe. „Wir haben, erklärte er Scharnhorstgegenüber, der zwischen Beiden zu vermitteln gesucht hatte,wie Freunde dem Staat Hand in Hand gedient, die Zeit, wodies von neuem geschieht, wird gewiss wieder eintreten".In der That hatte er Altenstein, den er bei der Verwaltungder fränkischen Fürstenthümer hatte kennen und schätzenlernen, zuerst nach Berlin gezogen; auf seine Empfehlungwar dieser hier 1803, obgleich er damals erst 33 Jahr zählte,zum Geheimen Oberfinanzrath im Generaldirectorium ernannt,und auch später bemühte sich dann der Staatskanzler fürden Wiedereintritt seines „lieben alten Freundes" in denactiven Staatsdienst. So redete er Altenstein an, als er imMärz 1813 diesem anzeigte, er sei zum Civilgouverneur vonSchlesien bestimmt, und schloss seine Zeilen mit den Worten:„Dass ich im Herzen nicht einen Augenblick aufgehört habeIhr Freund zu sein, das hat Ihnen hoffentlich das Ihrigegesagt, obgleich ich 1810 nicht anders handeln konnte alsich that. Es wird ein wahres Fest für mich sein Sie wiederzu sehen und an meine Brust zu drücken"*). Und als danndie Verwaltung der schlesischen Angelegenheiten bald inanderer Weise geordnet wurde, suchte Hardenberg in andererThätigkeit für den Staat die Kraft Altensteins zur Ver-
*) Hardenbergs Briefe an Altenstein und Scharnhorst sind nebstandern Schreiben von und an Altenstein durch seinen Verwandtenden Freiherrn von Stein in Kochberg im 2. Band des 7. Jahrgangsder Deutschen Revue 1882 veröffentlicht; die angeführte Aeusserungaus Hardenbergs Tagebuch s. in Rankes Sämmtlicben Werken XLV1II,154 und ebenda S. 441 die Worte, in denen er 1807 Altenstein dem Königempfahl.
Varrentrapp, Joh. Schulze. lg