Seine Thätigkeit in Aehen nnd Uebersiedelung nach Berlin. 221
betrugen; besonders erfreute es diese, als sie in Weimar Haltmachten, zu sehen, wie viel Liebe und Anhänglichkeit hier ihrMann sich gewonnen hatte. Sie lernte hier auch Lotte Schillerund Caroline von Wolzogen kennen; er besuchte auch Goethe,der ihn mit besten Wünschen für seinen neuen „ehrenvollen"Wirkungskreis entliess. Am Morgen des 1. Januar 1819erreichten die Reisenden ihr Ziel. Berlin machte bei ihrerEinfahrt, wie Frau Schulze ihren Geschwistern nach Hanauschrieb, ihr keinen besonderen Eindruck; bald aber fand sieso viel Interessantes zu sehen und zu hören, dass sie nichtwusste, wo sie mit dem Beschreiben anfangen solle: nament-lich fesselte sie das Theater, in dem sie zuerst Calderons„Leben ein Traum" und dabei Wolff in der Rolle des Sigis-mund sah. Im Sommer empfand sie dann freilich „sehr hartdie Entbehrung der schönen Natur, an welche sie von Jugendauf gewöhnt" war; aber bei Allem, was sie an der Gross-stadt auszusetzen fand, tröstete sie sich mit dem Blick aufdie Thätigkeit ihres Mannes, der „ungeheuer arbeite und da-durch einen grossen Einfluss für das Gute gewinne". Umdie Bedeutung dieser Arbeit Schulzes richtig würdigen zukönnen, ist es nöthig, die Voraussetzungen und Pläne desMinisteriums, in das er eingetreten war, und die Schwierig-keiten, die sich ihm entgegenstellten, in ihrem Zusammen-hang mit den allgemeinen politischen Verhältnissen Preussensins Auge zu fassen.