Erste Eindrücke in Coblenz. 179
spricht sich in ihnen aus, wie ihm das Herz aufging, da erin dem schönen Land, wo „in den grünen Rhein die Moselfliesst", an dessen Wiedergewinn für Deutschland sich freuen,an dessen Neubelebung durch deutschen Geist mitarbeitendurfte, in Gemeinschaft mit gleichgesinnten hochbegabtenPatrioten, die hier um Gneisenau sich sammelten. Durchausentsprachen seiner Stimmung die Gedichte, in denen seinehier gewonnenen Freunde Schenkendorf und Meusebach denHelden und seine Tafelrunde am Rhein besangen; in treuerBrust hat auch er stets die Erinnerung an die sonnigenFrühlingstage, an denen er mit ihnen zusammen „auf leichtemKahn den grünen Fluss hinunter fuhr", und das Bild desFeldherrn behütet, dessen „Würd' und Huld und klare Mildeheitere Ehrfurcht rings geboten". Je schmerzlicher er unterkurhessischer Herrschaft jede Regung freier deutscher Ge-sinnung an massgebender Stelle vermisst hatte, um so mehrerquickte ihn der Eintritt in einen Kreis, dessen Glieder beimannigfachen grossen Verschiedenheiten sämmtlich einigwaren in dem Bestreben, auch im Frieden den Geist zu be-wahren und zu bethätigen, in dem ihr Haupt kühn dasVaterland befreit hatte.
Einen Hauch dieses Geistes verspürte Schulze sofortbei dem ersten eingehenden Gespräch, das er in Coblenzführte. Als er hier am Abend des 15. April 1816 eintraf,hörte er, dass hier jetzt als Major Wilhelm von Scharnhorstlebe. Beide hatten zusammen einst in Halle studirt; Schulzewar sehr erfreut hier den alten Bekannten wiederzufinden.Tief ergriff ihn die Rührung, mit welcher dieser älteste SohnScharnhorsts von seinem grossen Vater sprach und dessenBild ihm zeigte; mit froher Hoffnung erfüllte ihn, was ihmdieser nahe Vertraute, der spätere Schwiegersohn Gneisenausvon dem Feldherrn und seiner Umgebung, von den CoblenzerMenschen und Verhältnissen erzählte. Er konnte sich baldvon der Richtigkeit dieser Schilderung persönlich überzeugen.Schon am Abend des 17. verlebte er in einer Gesellschaft,
S. 89 ff.), in den drei ersten Bänden von Eilers' Wanderung durchsLeben und den neueren in der Zeitschrift für preussische GeschichteBd XIX S. 499 verzeichneten Schriften.
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