Sohulzes Arbeiten 1815. Rede am Sobluss des Schuljahrs. 171
In öffentlicher Iiede schilderte er bei dem Schluss desSchuljahrs diese Nothlage und kündigte an, dass, wennnicht schleunige Hülfe erfolge, er in die traurige Not-wendigkeit versetzt sei, die vier bisher bestandenen Clas-sen in drei zu verwandeln und also die einzige Schule desFürstenthuins Hanau, welche höhere wissenschaftliche Vor-bildung bezweckte, in ihren Grundfesten zu erschüttern.„Werdet Dir, fragte er seine Hörer, als Freunde und Beför-derer des deutschen Lebens nicht unsere Trauer billigen,wenu Ihr bedenkt, dass der provisorische Zustand, d. h.die allmähliche Zerstörung dieser im deutschen Sinn ge-dachten und während der feindlichen Herrschaft neu be-lebten Anstalt mit dem Zeitpunkte beginnt, wo wir und mituns alle Völker der deutschen Lande das Fest der Aufer-stehung aus dem Grabe der Sklaverei feiern?" Es war be-zeichnend für deu Redner, wie er neben der Trauer demGefühl der Freude Ausdruck gab, dass trotz aller ungün-stigen Verhältnisse, welche der Schule den Untergang drohten,seine Oollegen und er nicht ohne glücklichen Erfolg für dieBildung ihrer Zöglinge gearbeitet, bezeichnend namentlich,wie er die Kraft und den Muth, mit der sie bis jetzt ge-wirkt, nicht ihnen zum Verdienst anrechnen wollte. „Manmuss, sagte er, selbst öffentlicher Lehrer sein um zu wissen,welche wunderbare Stärkung mit unsichtbar sichtbarer Ge-walt immer von neuem aus diesem schwierigen, aber schönenBerufe erblüht, und wie der Anblick einer uumündigen bil-dungsfähigen Jugend den Lehrer hebt, kräftigt und begeistert,dass er in seliger Selbstvergessenheit nur das Ewige fühlt,welchem er dienen möchte, indem er die werdenden Ge-schlechter der Menschen zum heiligen Dienste des Ewigenbildet. Diese Begeisterung des öffentlichen Lehrers steigertsich um so mehr, je grössere Schwierigkeiten sich ihm ent-gegen thürmen und je weniger er sich einer Hülfe vonaussen erfreuen darf. Nimmer kann und wird er, so langedie Flamme dieser Begeisterung seinen Busen durchglüht, durcheine träge lässige hinbrütende Verwaltung seines hochwich-tigen Amts zum Verräther werden an der heiligen Unschuldder ihm übergebenen Jugend. Er wird und muss ganz sein,