Patriotische Reden Schulzes in Hanau. 161
feierlichem Einzug gehalten wurde. Inbrünstig erflehte er inihm Gottes Segen für die deutschen Waffen; freudig begrüssteer es, dass auch Hanauer im Anfang des Jahres 1814 in denKampf gegen Napoleon zogen, dass sich hier unter der Füh-rung seines Freundes Rupprecht die vierte Schwadron derfreiwilligen Jäger bildete. An sie richtete er am 16. Februarpatriotische Worte bei der Weihe der Fahne, die für sie vonHanauer Jungfrauen gestickt war; eine ähnliche Reffle hatteer schon am 20. Januar bei dem Ausmarsch des RegimentsKurprinz gehalten. Und als nach beendetem Feldzug imSommer das Regiment und die Schwadron der freiwilligenJäger heimkehrten, da wurde wieder Schulze beauftragt, derDankbarkeit Ausdruck zu geben, mit welcher Hanaus Be-hörden und Bürgerschaft die zurückkehrenden Krieger will-kommen hiessen, die an der Belagerung der Festungen imöstlichen Frankreich rühmlichen Antheil genommen hatten*).Die patriotischen Worte, die er in all diesen feierlichenStunden gesprochen, die Kriegslieder, die er damals gedichtethat, bezeugen, wie sein Herz für den Kampf der Befreiungdes Vaterlandes schlug, dessen Schmach und Noth er lebhaftempfunden hatte. Trotz seiner Werthschätzung Dalbergs sahauch er eine gerechte und erfreuliche Wendung darin, dassdie Napoleonische Schöpfung des Grossherzogthums Frank-furt zusammenbrach und der Theil desselben, der früher demKurfürsten von Hessen unterstanden hatte, diesem sofort von
*) Zusammen mit der in voriger Anmerkung erwähnten Schriftsind die beiden Reden, die Schulze am 20. Januar und am 16. Februar1814 hielt, mit Anerkennung in den von Wachler herausgegebenen Neuentheologischen Annalen 1814 Bd. II, S. 440f. besprochen. Brstere istunter dem Titel: „Die Weihe des Bundes durch eine Rede vor demhessischen Regiment Kurprinz in der Stunde des Abzugs aus Hanauam 20. Januar 1814 gehalten. Hanau mit Kittsteinerschen Schriften"(IG S. 8) im Druck erschienen; die zweite Rede veröffentlichte Schulzein der von ihm herausgegebenen Beschreibung der „Weibe der Fahnefür die Hanauischen Freiwilligen zu Ross. Zum Besten der unbemit-telten Vaterlandsvertheidiger. Hanau mit Kittsteinerschen Schriften1814" 41 S. 8 mit einem Kupfer. Auf letzterem ist die heute in derreformirten Kirche aufbewahrte Fahne abgebildet, auf welche dieWorte gestickt sind, mit denen Schulze seine Rede schloss: Gott mituns, Wer wider uns? —
Varroutrapp, Joh. Schulze. 11