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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
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154 Erstes Buch. Viertes Capitel.

vor der Schlacht bei Leipzig Gefahr nach Mainz abgeführtzu werden, ein ähnliches Schicksal zu erleiden, wie es seinenHaller Freund Blanc betroffen hatte, den aus zweijährigerfranzösischer Gefangenschaft erst die Ankunft der Russen inCassel befreite. Der Verdacht aber, den die französischegeheime Polizei gegen ihn hegte, störte auch jetzt nicht seinVerhältniss zum Fürst Primas des Rheinbundes; einige be-zeichnende Züge zu dessen Charakteristik hat aus seinempersönlichen Verkehr mit ihm in diesen entscheidungsvollenMonaten Schulze in seinen Denkwürdigkeiten erzählt. Alser im April einmal am Grossherzoglichen Hof zu Besuch war,forderte Dalberg selbst ihn auf seinem Freund dem GeheimenRath Voigt in Weimar, dem Sohn des Ministers, eine War-nung zukommen zu lassen; Schulze schrieb darauf sofort andessen Mutter; aber als sie seinen Brief erhielt, war ihrSohn schon in Erfurt gefangen gesetzt, weil er ein Schreibenüber die Bewegungen der Armee an den Kanzler Müller ge-richtet hatte. Wohl wurde er dann nach dessen und derHerzogin Luise Vorstellungen frei gegeben; aber in Folgeder Gemüthserschütterung und des Aufenthalts in den un-gesunden Festungsräumen befiel ihn ein Fieber, dem er nochim Mai erlag. Mit tiefer Wehmuth äusserte sich Schulzenoch als Greis, da er Otto Jahns Buch über den MinisterVoigt*) las, über den frühen Hingang von dessen „edlemreichgebildeten Sohn, mit hoher Achtung für die würdigeHaltung des pfüchtgetreuen auch nach dem härtesten Schlagdes Schicksals muthig und ergeben in seinem Beruf aus-harrenden Vaters".

Wenige Monate nach dem Gespräch über Voigt gabDalberg in einer für ihn wichtigsten Stunde durch eine be-deutungsvolle Mittheilung Schulze ein noch grösseres Zeichenseines Vertrauens. Dieser war zur Ueberreichung seines Pro-gramms nach Aschaffenburg gekommen; seine Wirksamkeitfür das Gymnasium fand die wärmste Anerkennung beimGrossherzog, der ihm das Ritterkreuz seines kürzlich ge-

*) Vgl. in Jahns Einleitung zu seiner Publication der BriefeGoethes an Voigt namentlich S. 101—105 und die hier S. 103 ange-führte Literatur.