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Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
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60 Erstes Bach. Zweites Capitel.

boten hatten, ist ihm in Leipzig nicht zu Theil geworden;in derselben Zeit, in der er nach dort übersiedelte, sindPassow und Thiersch von dort fortgegangen. Beide hattenbesondere Förderung durch desgöttlichen Hermann" grie-chische Gesellschaft empfangen; Schulze wird unter ihrenMitgliedern nicht genannt*). Auch bei seinem Doctor-examen war Hermann nicht betheiligt; er bestand dasselbe,nachdem seine lateinische Ausarbeitung über die ihm ge-stellte Aufgabe de linguarum inter sese cognatione von derFacultät angenommen war, vor den Professoren Beck, Hinden-burg und Eck zur besonderen Zufriedenheit und wurde daraufam 8. Sonntag nach Trinitatis, am 19. Juli 1807 als philo-sophiae doctor et bonarum artium magister proclamirt.

Auf dem Diplom wird er als ordentliches Mitglieddes Haller philologischen Seminars bezeichnet; dankbar ge-dachte er in seinem damals verfassten Lebenslauf Wolfs undSchleiermachers; den Umgang mit ihnen und den HallerFreunden mochte er unter diesen Verhältnissen oft schmerz-lich vermissen. Aber der Sturm, der ihn von dort vertriebenhatte, führte nach Leipzig Gäste, die ihn hier wie in denbeiden vorangegangenen Jahren in Lauchstädt erfreuten undbildeten: alsGönner ihrer Muse" begrüssten auch ihn dieWeimarer Schauspieler, dieabgelenkt von vielgewohnterBahn" im Mai 1807 nach Leipzig kamen. Das Repertoriumder hier im Sommer von ihnen gegebenen Vorstellungenwar nach Goethes Wortenvielleicht das Bedeutendste, was dieWeimarsche Bühne wie nicht leicht eine andere in so kurzerZeit gedrängt aufzuweisen hatte"**); ausser dem Prolog, denGoethe für diesen Anlass gedichtet hatte, wurden von seinen

*) Weder erwähnt er selbst die griechische Gesellschaft, nochfindet sich sein Name in dem allerdings überhaupt nicht vollständigenMitgliederverzeiehniss, das Köchly (G. Hermann S. 257) mitgetheilt hat.**) Schon von Biedermann ist in seiner Ausgabe der Tag- und Jahres-hefte (in der Hernpel'schen Ausgabe der Werke XXVII, 445) bemerkt,dass nicht, wie in den Drucken zu lesen, in Halle, sondern in Leipzig1807 die Weimarer spielten, und ein Verzeichniss ihrer damaligenSommervorstellungen gegeben. Vgl. über diese auch Genast, Aus demTagebuch eines alten Schauspielers I, 164 ff. und Martersteig, P. A.Wolff S. 43 ff.