Druckschrift 
Johannes Schulze und das höhere preussische Unterrichtswesen in seiner Zeit
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

58 Erstes Buch. Zweites Capitel.

sich selbst zurückzog", wird verstehen, welch gemüthlichenReiz der Verkehr mit ib.rn auf Schulze ausübte; für dessendamalige ästhetische Anschauungen aber war es bezeichnendund bedeutungsvoll, dass ihn der Maler besonders anzog, derin seine landschaftlichen Gemälde und Zeichnungen, wieHeinrich Meyer hervorhob,mystisch-religiöse Bedeutung zulegen versuchte". Romantische Stimmungen, die in Friedrichwohl durch die Eindrücke seiner von ihm oft dargestelltenheimischen Landschaft, der Umgebung Greifswalds gewecktwaren, haben so den Pommern und den Mecklenburger zu-sammengeführt; ihr Verhältniss wurde, wie Schulze erzählt,auch später nicht gestört, als bei seinem FreundelebhafteAbneigung gegen Preussen aus der Besitznahme von Neu-vorpommern erwachsen war".

Gern dachte Schulze später auch an Riquet und seinefür feinere Geselligkeit ebenso empfängliche als gebildeteGattin zurück; seine Predigten in französischer wie in deutscherSprache waren von tiefergreifender Wahrheit und zeugten vonseinem demüthigen innig gläubigen Sinn." Bezeichnend undvon dauerndem Werth wie diese Bereicherung seiner Menschen-und Kunstkenntnisse war für Schulze endlich der Erwerbneuer Bücher, den der Dresdener Aufenthalt ihm eintrug:bei einem Antiquar kaufte er billig die ersten Bände vonSchleichermachers Plato-Uebersetzung und die drei Bändedes Schlegelschen Athenäums; er scheute die Mühe nichtsie selbst nach Halle zurück zu tragen.

Bald nachdem er dorthin zurückgekehrt war, traf er zu-fällig im Gasthause zum Löwen mit dem jungen schlesi-schen Grafen Friedrich Pückler aus Tannhausen zusammen;er war, wie Schulze berichtet,während des Gefechts am17. October in den Strassen vor den von allen Seiten drohen-den feindlichen Kugeln in meine Wohnung geflüchtet und da-durch mit mir persönlich bekannt geworden. Nach dem Willenseines Vormunds sollte er jetzt die Universität Leipzig be-ziehen und zwar unter Begleitung eines älteren Führers.Er bat mich ein solches Verhältniss mit ihm einzugehen.Meine Bedenken gegen alles, was die Freiheit meines Strebensirgendwie beschränken könnte, suchte er zu zerstreuen. End-