Die stattliche gotische Buchschrift aus dem angehendenXIV. Jahrhundert ist sehr klar und gleichmässig; die Tintewirkt ganz schwarz und nur bei den feinen Haarstrichen bräun-lich. Die Formen sind gross, steil und eckig und zeigen diecharakteristische Brechung durchgeführt. Zierstriche sind nurmit Mass verwendet; doch herrscht bei den grossen Buchstabeneine reiche Mannigfaltigkeit von Formen, die sich gelegentlichauch bei den kleinen Buchstaben findet; vgl. A B, Z. 11 und17; D A, Z. 6, 14, 26 und B, Z. 3; E B, Z. 25 und 26; MA, Z. 13 und 28; S A, Z. 4 und 12; d fl, Z. 18, 19 und B, Z. 1;i n, Z. 1 und 4; g A, Z. 3 und 30. Die Schrift steht mehrzwischen als auf den Linien, die Verse sind abgesetzt, der An-fangsbuchstabe jeder Zeile gross geschrieben und in ein vor-gezeichnetes Quadrat eingeschrieben. Die gemalte Initiale amAnfang des Buchs der Könige ist, wie üblich, am Blattrandevorgezeichnet (B, Z. 22). Die Schrift der Rückseite schimmertdeutlich durch das gut bearbeitete Pergament hindurch.
Der Grundstrich des a ist weit heraufgezogen und so weitnach links zurückgebogen, dass zwei vollständig geschlosseneAusbauchungen übereinanderstehen. Die Oberlängen des b, 1,k, h sind oben verdickt mit leichter Spaltung. Das c nähertsich bisweilen dem t (A, Z. 2), indem der abgebogene Teilnoch von einer Spitze überragt wird. Das d ist verschieden-artig abgebogen, aber nie gerade. Das e hat auch im Auslautkeine Zunge mehr, während die des g breit ausgeführt ist(fl, Z. 3). Das g ist ganz geschlossen, h reicht immer tiefunter die Zeile, manchmal mit einer Biegung des Schluss-striches nach aufwärts (fl, Z. 10). Das i hat fast regelmässigden I-Strich, in der Verbindung ri (fl, Z. 1) und ti (fl, Z. 9)verändert es seine Form, indem es oben spitz, unten breit wieein kräftiger Haken an den vorangehenden Buchstaben an-gehängt ist. fluch alleinstehend zeigt es verschiedene Formen,bald gleichmässig stark (fl, Z. 1), bald mit einer ausgeprägtenVerjüngung unter dem starken oberen Ansatz (A, Z. 4). FürT ist fast regelmässig ie geschrieben (A, Z. 1). Das r hatvielfach über die Fahne einen dachförmigen Haken angesetzt,
der aber ebenso oft auch fehlt (A, Z. 1); gelegentlich ist auchdie Fahne kräftig zurückgebogen (A, Z. 16 und 20). Hintero, d, b ist gekrümmtes 7 gesetzt (A, Z. 5, 8; B, Z. 18). I wie freicht nicht unter die Zeile, ist am unteren Ende mit einemfeinen, am oberen mit einem starken Strich ziemlich scharfumgebogen und hat manchmal (A, Z. 9), doch durchaus nichtimmer, oben eine leise Verdickung des breiten Schaftes; amWortende ist immer rundes s geschrieben. Beim t ist derQuerbalken nirgends mehr blos aufgelegt, sondern durch-schneidet scharf den Stamm. Der Schlusstrich des z ist immerunter die Zeile herabgezogen. Die Verbindung der Buchstabenist nicht nur mit Benützung der Endstriche ziemlich weit durch-geführt. Die Zusammenschreibungen nach der MeyerschenRegel sind ganz gewöhnlich, z. B. de, we (A, Z. 1), be, he(A, Z. 2), vo (A, Z. 4), ho (A, Z. 5), ve (A, Z. 8), vg (A, Z. 16),do (B, Z. 17), vc, bg (B, Z. 20), bo (B, Z. 24); ja sogar grosseBuchstaben werden mit kleinen nach demselben Prinzip ver-bunden, z. B.: Me (A, Z. 7), So (B, Z. 23). Daneben tretendie getrennten Schreibungen wie he und ha (A, Z. 15) alsAusnahmen ganz zurück. Die bekannten Ligaturen ft und ftsind wie gewöhnlich durchgeführt. Überschreibungen werdenangewendet bei o (A, Z. 5) und v (A, Z. 29); daneben kommtaber auch oe vor (A, Z. 19), nach der Meyerschen Regelzusammengeschrieben. Von den bekannten Kürzungen findetsich nur die für er; bei der reichen Ausstattung der Hand-schrift war kein Bedürfnis zu Raumersparungen gegeben. Eineregelmässige Interpunktion ist nicht nachweisbar; vereinzeltsind am Versende (A, Z. 7 und 29; B, Z. 19, 23, 26) Punktegesetzt, im Verse nur A, Z. 22 und 29 und davon das erste Malwohl nur versehentlich. Bindestrich bei Worttrennung kommtvor (B, Z. 25), fehlt aber auch gleich danach wieder (B, Z. 27).Der Text von Blatt 136 v ist der Schluss der WidmungRudolfs an König Konrad IV. und ist nach der HamburgerHandschrift gedruckt bei G. Schütze, Die historischen Bücherdes alten Testaments (1779), S. 110—111.
[Darzv fwaz in der chriftenheit Die bvch der Chroniche [han gejfeit Vongweren Dingen Bat er mich allez baingen In devtfch getihtte durch in Desfines lones hoch gwin Mir chvmbers vil beneme Als finem namen gezeme]
A
U nd im an werdem priefeI n lobelicher wiefe
V mmer ein hvgde were
S wa man von im di mere
V erneme oder hiwte lefen
D az fi im ymmer mvlten wefenE in ewechlich Memozial.
V nd etlich verdzivzzige malI m felben mit verftiezze
S wenn er im lefen hiezzeW ie div dinch in den landenS int an vns her l ) gftandenM it manges wunders vnderfcheitD az keiferlicher werdicheit
V nd kvnichlicher herfchaft
I n ivgende vnd vzgeinder chraft
W ol ze hozn gezimt
D er ez an vrdzvz vernimt
D er hoeret manich wunder dzan
0 b er fi wil oder merchen chanN v weiz ich wol daz manich liepW iefiv man . vnd werde wiep
V il lihtte alfvlher fvge gernt
D az fie ze kvrtzwiele fich werntD er mere vnd kvrtzwiele dzanD ie wil ich gedingen hanD az fie Ivnder wanchenM it gvten woiten danchen
1 n hercen . in gmvte .
D em hercen min der gvte
B
D er tvgent der höhlten höffcheit
D az ez in aller der arbeit
D ie ez in devtfchen landen leit
M it manger groizzen arbeit
D urch niht wann durch nides haz
D er vrien vriheit niht vergaz
E r hiez mich arbeiten dzan
I m ze dienfte vnd manigen man
V nd manigem werden wiebeD az ez des iht bliebe
A ne danch mit gvnft des bit ich dieD ie div mere lefen vnd hoeren hie
V nd des got gvnne mir daz ichG ote vnd im gearbeite mich
M it diefem getihtte alfo
D az ich ir lones werde vro
A n dirre werld vnd ovch doat
V nd biinge die mere vf ir oztU on weihen meren vnd wie.
D er kvnige bvch fich bginnet hie
EZ was vonRamathaSophym .Gebozn vonmonte Ef-fraym.Einman Elcha-na gnantD er was von der bvrt erchant
V z dem geflehtte von Levj
') Der Haken versehentlich über das e statt an das r angesetzt.
y