Druckschrift 
3 (1912) Proben der höfischen Epik aus dem XIII. und XIV. Jahrhundert
Entstehung
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TAFEL XXXVI.

ULRICH VON LICHTENSTEIN, FRÄUENDIENST.

Cod. germ. 44 (= Cim. 348), vom Ende des XIII. Jahrhundertsstammend, ist die einzige erhaltene Handschrift von Ulrich von Lichten-steins 1255 verfasster romantischer Selbstbiographie, dem ein Gemischvon Wahrheit und Dichtung darbietenden Frauendienst. Sie befindet sichschon seit Jahrhunderten an ihrem jetzigen Aufbewahrungsort, denn indem Katalog von 1582 wird sie unter der Signatur Mscr. Teutsch St. 4Nr. 8 angeführt. Aus Einträgen früherer Besitzer ergibt sich, dass sievordem einemMatheus Bratzl" gehörte, sowie dass sich zeitweise dasKloster Äsbach ihres Besitzes erfreute.

Nach kurzen, nicht ganz richtigen Angaben über die Handschriftbei Adelung (1788) und Koch (1795) gab Hardt (1796) eine erste kurzeBeschreibung, die durch Docen (1809) ergänzt wurde. Da Docen seineAbsicht, eine Handausgabe des Dichters zu besorgen, nicht ausführte,wurde der Inhalt des Gedichtes erst 1812 durch die freie ProsabearbeitungTiecks bekannt. Von der Hagen gab (1838) kurze Proben des Original-textes in seinen Minnesingern; die vollständige Ausgabe wurde erst 1841Lachmann verdankt.

Vgl. Adelung, Jacob Püterich von Reicherzhausen. 1788, S. 21.Erduin Julius Koch, Grundriss einer Geschichte der Sprache und Literaturder Deutschen. I, 1795, S. 105. Hardt im Bragur, IV, 2, 1796, S. 192.Docen im Museum für Altdeutsche Literatur und Kunst, I, 1809,S. 183. Tieck, Frauendienst des Ritters und Sängers Ulrich vonLichtenstein, 1812. Von der Hagen, Minnesinger, IV, 1838, S. 321404und 903. Ausgaben von Lachmann, 1841, und von Bechstein (DeutscheDichtungen des Mittelalters. Bd. 7. 8), 1888.