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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE CENTENARFEIER

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er Grauert vorwarf, daß er diesen, erst von ihm selbst aufgebausch-ten angeblichen Widerspruch, den doch auch weder K. Benrathnoch sonst ein Kritiker entdeckt hatte, nicht bemerkt habe 206 .Und das war alles, was er auf sehr gewichtige Bedenken zu er-widern wußte!

Es konnte nicht ausbleiben, daß die üble Behandlung, welchePastor in seiner weitverbreiteten, gerade in kirchlichen Kreisennicht bloß Deutschlands, sondern besonders auch Italiens geschätz-ten Papstgeschichte dem Frate angedeihen ließ, einen düsterenSchatten auf die Feierlichkeiten warf, die in Italien, und besondersin Florenz anläßlich der 400. Wiederkehr seines Todestages anbe-raumt wurden. Mit Erlaubnis und Unterstützung des KardinalsAugustin Bausa, Erzbischofs von Florenz, aus dem Dominikaner-orden, erschien seit Januar 1898 eine eigene Savonarola-Zeit-schrift 207 , um welche sich-P. Ludwig Feretti vom nahen KlosterS. Dominikus in Fiesole, der sich auch schon am Streite widerPastor beteiligt hatte 208 , besondere Verdienste erwarb. Leo XIII.übtewohlwollende Neutralität" 200 , die jedoch schon bald zu Endewar; nach Ablauf des Jahres 1898 durfte die Zeitschrift nicht mehrerscheinen. Weitaus die wertvollste Festgabe steuerte aber Pas-quale Villari bei, indem er mit E. Casanova eine Auslese aus denPredigten und Schriften des Frate veröffentlichte 210 , die er mit demwertvollen biographischen Schreiben Placidus Cinozzis an Jakobvon Sizilien und mit der noch wichtigeren Chronik Simon Filipepisbereichern konnte, Schriften, welche der Forschung bisher völligentgangen waren.

Mit unauslöschlichen Zügen grub somit der Prophet von Florenzseinen Namen in das Buch der Geschichte ein. Zu jeder anderenZeit hätte sein Mühen die Anerkennung und Unterstützung deskirchlichen Oberhauptes gefunden; wenn zu der Zeit, als er seineStimme erhob, statt eines Alexander VI. ein Hadrian VI. denStuhl Petri eingenommen hätte, welch ganz anderen Verlauf hättesein Geschick, hätte das Geschick der Kirche und der abendländi-schenVölker nehmen können! Das Wort, welches die Nachwelt demGrabmale Hadrians einmeißelte: Heu, quantum refert, in quae tem-pore vel optimi cuiusque virtus incidat, trifft auf den Frate nichtweniger als auf den unglücklichen Hadrian zu. Er war keinschöpferischer Denker und kein bahnbrechender Gelehrter; er warunendlich mehr, er war ein Mann und ein Christ. Als Mann litt