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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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XXXIV. Kapitel.STELLUNG ZU HUMANISMUS UND WISSENSCHAFT.

Meine Rede und Predigt stützte sich nicht auf dieÜberredungskunst menschlicher Weisheit, sondern aufden Erweis des Geistes und der Kraft, wie ja aucheuer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern aufGotteskraft gegründet sein soll.

1. Kor. 2, 4 f.

Die Haltung, welche der Frate zur humanistischen Bildung wieüberhaupt zur Wissenschaft seiner Zeit einnahm, war ihm durchseinen Beruf als Predigerbruder und Erneuerer des kirchlichenLebens von selbst vorgezeichnet. Konnte er sich doch unmöglich ver-hehlen, daß die von ihm so heiß bekämpfte neuheidnische Lebens-richtung ihre kräftigste Nahrung aus dem heidnischen Geiste sog,der von humanistischen Schriftstellern, Dichtern und Theologenauf tausend Wegen, mündlich wie schriftlich, in Schule und Er-ziehung, Literatur und Kunst, ja sogar auf der Kanzel verbreitetwurde. Dazu kam, daß den Söhnen des heiligen Domimkushumanistische Studien und weltliche Wissenschaften schon durchdie Ordenssatzungen ernstlich untersagt waren. Die Brüder, hießes hier 1 , dürfen die Bücher der Heiden und Philosophen nichtstudieren, noch die weltlichen Wissenschaften noch die freienKünste erlernen, es sei denn, daß der General oder das General-kapitel einigen hierzu die Erlaubnis erteilt, vielmehr sollen dieJünglinge und die anderen nur theologische Bücher lesen. ImBestreben, die verfallene Ordenszucht wiederherzustellen, griffendie Observanten auf die herben Ideale ihrer heiligen Stifter zurück;es wird ausdrücklich berichtet, die ältesten Franziskanerobservan-ten seien einfältige, aller wissenschaftlichen oder gar humanisti-schen Bildung bare Leute gewesen, wie sich denn auch der Prunkklassischer Anmut und Gelehrsamkeit am wenigsten für Männergeziemte, die ihren Lebensberuf im Verzicht auf die Eitelkeitender Welt und in der Nachfolge Christi erblickten 2 . Daß dieselbeGesinnung auch dem Augustinerorden nicht fremd war, lehrte das