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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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F. X. KRAUS UND DERSPECTATOR"

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-Ulfe;.

er offenbare eine tiefe Liebe zur heiligen Mutter, der Kirche, einecht katholisches Empfinden und eine hohe Verehrung für denStellvertreter Christi auf Erden Eigenschaften übrigens, diemehr einem katholischen Erbauungsbuche als einer wissenschaft-lichen Arbeit zur Zierde gereichen, so gaben sie angesichts derAngriffe Luottos zwar zu, der Abschnitt über Savonarola enthalteeinige Ungenauigkeiten und Übertreibungen, hielten aber nach wievor daran fest, der Savonarola Pastors sei der wahre Savonarolader Quellen und der Mehrheit der zuständigen Schriftsteller 195 ,und suchten namentlich den starken Eindruck abzuschwächen,welchen die dem Frate von den bekannten Heiligen erzeigte Ver-ehrung auf manche Gemüter ausübte 196 . Der Innsbrucker JesuitE. Michael trat im Streite Pastors gegen Luotto rückhaltlos aufdie Seite seines Universitätskollegen und meinte 197 , die Apologiedes Frate, diesesin seinem Hochmute empfindlich getroffenen",unglücklichen Priesters, könnenur mit Gründen geführt werden,die sich bei näherem Zusehen als völlig haltlos erweisen". Auchder Freiburger Kirchenhistoriker F. X. Kraus eilte seinem FreundePastor zu Hilfe 198 . Obschon sonst nicht eben als Bewunderer derJesuiten bekannt, stellte er sich doch wacker auf ihre Seite, alses die Zurückweisung derwidersinnigen Aufstellungen" Luottosgalt, dessen auf sorgfältigsten Savonarolastudien beruhendes Werker geringschätzig als eineder leider noch immer in Italien sohäufigen inhaltlosen Deklamationen" bezeichnete,mit denen manöfter die Zeit totschlage, statt sich der Zucht einer exakten, kriti-schen Forschung zu unterwerfen". Es sei schwer zu verstehen,rügte Kraus weiter, wie Pastorsan sich so ruhige, maßvolle undden Tatsachen durchaus entsprechende Beurteilung" den Zornes-ausbruch Luottos hervorrufen konnte; das letzte Wort sei aber frei-lich auch durch Pastor über den Frate noch nicht gesprochen.Sein eigenes Urteil faßte Kraus dahin zusammen 199 : er halte diepolitisch-soziale Tätigkeit Savonarolas für verfehlt, weil sie eines-teils dem demokratischen Elemente zu starke Zugeständnissemachte, anderseits im Wahngebilde einer republikanischen Theo-kratie mit Christus als Haupt den Irrtum beging, eine staatlicheEinrichtung auf die rasch verfliegende psychische Stimmungeines Augenblicks begründen zu wollen. In der Reihe von Auf-sätzen, welche er alsSpectator" derKirchenpolitischen Briefe"veröffentlichte 200 , schrieb Kraus dem Dominikaner einen engen,