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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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SAVONAROLA IN DER GESCHICHTSLITERATUR

fort scharf ins Gericht; gerade durch die Art der Pastorschen Ver-teidigung seien seine Bedenken, erklärte er 188 , nur noch verstärktworden. Pastors Auffassung sei unlogisch und unpsychologisch,sein Savonarola eine Figur, wie die Arrabbiaten ihn schufen.Commer schnitt zugleich die Frage an, ob nicht etwa Alexan-der VI., offenkundig simonistisch gewählt, als frecher Eindring-ling aller rechtmäßigen Gewalt entbehrte, eine Frage, die der ka-tholische Historiker H. Grauert, der im übrigen die PastorscheDarstellung ebenfalls für ungerecht hielt, ausführlich erörterte undzu bejahen geneigt war 189 , während sie der Jesuit E. Michael ent-schieden verneinte 190 . Der protestantische KirchenhistorikerK. Benrath erklärte Pastors Einwände gegen den Gehorsam desFrate für hinfällig 191 , da es auch einen heiligen Ungehorsam gebe,wie auch schon G. Kawerau Pastors Geschichtsbetrachtung alsdurch und durch dogmatisch" gekennzeichnet und angesichtsseiner Forderung, der Mönch hätte selbst den politisch bedingtenGeboten des Papstes willfahren müssen, in den Ruf ausgebrochenwar:Gott sei Dank, daß es doch immer noch Gewissen gegebenhat, die sich gegen diesen Anspruch unheiliger ,Götter auf Erden'aufgebäumt haben 192 !" Ein so gründlicher Kenner der Borjazeitaber wie M. Brosch sprach sich in dem Streite Pastor-Luotto gleich-sam als Unparteiischer dahin aus 193 , Pastors Vorwürfe gegen Sa-vonarola möchten, vom katholischen Standpunkte angesehen, be-gründet sein, von jedem anderen betrachtet seien die schwerstenvon ihnen hinfällig oder zum mindesten anfechtbar. Denn der Un-gehorsam gegen den Papst sei doch bei weitem nichts so Entsetz-liches, wie es dieser Borjapapst selbst war, und wenn Savonarolabei Schilderung des lasterhaften Treibens der Kurie die grellstenFarben auftrug, so sei zu bedenken, daß eben diese Farben, imeinzelnen wie im ganzen genommen, richtig gewählt waren und diereine, volle Wahrheit zu klarer Anschauung brachten. Die Lang-mut vollends, die Bedächtigkeit und Mäßigung, die Alexander VI.der hier übereinstimmenden Auffassung Pastors und Luottos ge-mäß gegen Savonarola eingehalten habe, seien Phantasiegebilde,die angesichts der Tatsachen in nichts zerrinnen.

In seiner harten Bedrängnis ward dem Verfasser der Papst-geschichte durch die Väter der Gesellschaft Jesu willkommeneUnterstützung. Hatten sie nicht verfehlt, dem dritten Bande, die-semklassischen Werke", das glänzende Zeugnis auszustellen 194 ,

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