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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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SAVONAROLA IN DER GESCHICHTSLITERATUR

aus gegen das Verhalten des Frate erheben ließen, durch den Nach-weis zu entkräften, daß er hierzu auf Grund der geltenden kir-chenrechtlichen Bestimmungen befugt und eben deshalb eines bös-willigen, sündhaften Ungehorsams oder gar einer aufrührerischenWiderspenstigkeit gegen den Heiligen Stuhl nicht schuldig war.Der schärfste Widerspruch gegen die Beurteilung des Frate durchPastor ging jedoch von den Piagnonen aus, als deren WortführerPaul Luotto, durch eine gediegene AbhandlungÜber dasStudium der Heiligen Schrift nach Savonarola und Leo XIII. 184 "als gewiegter Savonarolakenner bereits bekannt, mit einem um-fangreichen WerkeDer wahre Savonarola und der SavonarolaPastors 185 " hervortrat. In vierunddreißig meist sehr langen Ab-schnitten behandelte er eine Menge auf den Frate bezüglicherFragen, wie sein Verhältnis zur christlichen Wohltätigkeit, zu denheiligen Sakramenten und zur Kommunion, zur Marienverehrungund zur Astrologie, seine Predigt und Predigtweise, seinen angeb-lichen Übereifer und sonstige gegen ihn geäußerten Anklagen, sei-nen Prophetismus, seine Politik, seine grundsätzliche und tatsäch-liche Stellung zum Gehorsam und Kirchenbann, die Konzilsbriefe,die Feuerprobe und Hinrichtung. Begeisterter Verehrer des Frate,bewegte sich Luotto nicht so fast in den nüchternen Geleisenstreng geschichtlicher Untersuchung als vielmehr im gehobenenBrusttone des feurigen Apologeten, der in seiner überschwenglichenHingebung an den von ihm vergötterten Helden des Guten gernezu viel tat. In einem aber erwies er sich seinem Gegner weit über-legen: in der gründlichen Beherrschung der Hauptquellen, derPredigten und Schriften des Frate. Mühelos zeigte er, daß derSavonarola Pastors jedenfalls nicht der Savonarola der Geschichtesei. Den Herzschlägen des Frate lauschend, las er viel tiefer inseiner Seele als Pastor, der ihn nur aus fremden, und zwar geg-nerischen Mitteilungen, nicht von persönlichem Umgange, sondernvom Hörensagen her kannte. Keine Frage, daß Luotto dem Ge-schichtschreiber der Päpste und in ihmder vielgerühmten deut-schen Genauigkeit und Gründlichkeit" eine empfindliche Schlappebeibrachte. Ohne den Anspruch zu erheben, mit seinem Buchedas letzte Wort gesprochen zu haben, rief er seine Kritiker auf,strenge mit ihm ins Gericht zu gehen, zuvor aber wenigstens diewichtigsten Werke des Ferraresen und die bisher veröffentlichtenUrkunden aufmerksam lesen zu wollen.