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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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L. PASTOR

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! feij( t . rühtaen durfte. Tatsächlich vermochte er jedoch gerade für die

fetultJm ' Savonarolafrage Neues nicht beizubringen; ja nicht einmal mit'ffediine- dem altüberlieferten Quellenstoffe zeigte er sich vertraut, am aller-

^k% wenigsten mit der Hauptquelle, den Predigten und Schriften des

Frate. Die Stellen, die er aus ihnen anführt, sind durchweg auszweiter Hand geschöpft, aus Villari, Perrens und Meier, und ohneftiÄAu nähere Prüfung 175 übernommen; um so sonderbarer nimmt es sich

aus, wenn er sich über die Maßlosigkeit und Leidenschaftlichkeitder Predigten Savonarolas aufhält, die er nicht aus eigener Le-sung, sondern nur aus kärglichen Auszügen kennt. In unbegrün-deter Hyperkritik verwirft er die Zeugnisse der Piagnonen, trägtaber keine Bedenken, sich auf die Aussagen eines so durch unddurch parteiischen und haßerfüllten Gegners wie Vaglienti zustützen. Mit der Gedankenwelt des Frate nicht vertraut und da-her überall auf fremde Führung angewiesen, hält er sich nichtetwa an das anerkannt gediegene Werk Villaris, sondern an denunzuverlässigen Perrens und den von diesem abhängigen Böh-ringer. Im offensichtlichen Streben, den Dominikaner im trüb-sten Lichte erscheinen zu lassen, wärmt er Vorwürfe auf, dereninnere Unwahrscheinlichkeit auf der Hand liegt. So hält er dieKlage der Gegner, der Frate wolle die Stadt in ein einziges Klosterverwandeln und alle Bewohner zu Mönchen und Nonnen machen,nicht für ganz unbegründet, unter Berufung auf den aus Grisarentlehnten Bericht des mantuanischen Gesandten Ghivizzano vom17. November 1494, wonach die Mädchen und zum Teil auch dieFrauen in die Klöster geflohen seien, so daß man in Florenz nurnoch Burschen, Männer und alte Weiber sehe 176 . Hätte er denBericht selbst im Zusammenhange gelesen, so hätte er sehen müs-sen, daß hier nicht, wie er annimmt, von einem wirklichen Klo-stereintritte, sondern nur von einer zeitweiligen Unterbringungjunger Mädchen und Frauen die Rede ist, um sie vor der tierischenGier der anrückenden Franzosen zu schützen, die noch soeben inLucca viehisch gehaust hatten. Aus Villari 177 übernimmt er diebekannte Äußerung über die fetten Kühe Samariens, die er mitden Worten anführt:Die fetten Kühe bedeuten die Buhlerinnenvon Italien und Rom. Oder gibt es etwa deren keine inItalien und Rom? 1000 ist zu wenig gesagt für Rom, 10 000,40 000 sind noch zu wenig." Villari weiß nun aber 178 im Ein-klänge mit dem italienischen Predigtwortlaute nur von 14 000

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