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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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SAVONAROLA IN DER GESCHICHTSLITERATUR

sehe Verfassung des Frate getrost jenem Höheren überlassen wer-den, der allein auch in das Herz der Väter der Gesellschaft Jesusah, als sie in Sachen der Wirksamkeit der Gnade oder der chine-sischen Bräuche oder der Aufhebung ihres Ordens mit dem Hei-ligen Stuhle in hartnäckigem Hader lagen.

Mit der schroffen Ablehnung, welche P. Grisar dem WirkenSavonarolas angedeihen ließ, war der Stab über diesen auch schonfür Ludwig Pastor gebrochen, der sich in seinerGeschichte derPäpste 174 " Grisars Auffassung keineswegs nur an den von ihm an-geführten Stellen, sondern in allen wesentlichen Stücken, nament-lich bezüglich des Gehorsams, der Widersetzlichkeit gegen denHeiligen Stuhl, der Demut, des Tobens auf der Kanzel und derProphetie zu eigen machte und womöglich noch überbot. Ein trotzi-ger, stolzer Dominikaner; ein überspannter Prophet, der der De-mut entbehrte; ein Unseliger; ein Phantast, dessen Absichten zwaranfangs rein und lauter waren, der sich dann aber später durchseine leidenschaftliche Natur und die Eingebungen seiner erhitztenPhantasie weit über die einem Priester und Ordensmanne ge-setzten Grenzen fortreißen ließ und zum Parteihaupte und Fana-tiker wurde; ein Prediger, der eine maßlose Sprache führte; eineinseitiger, kleinlicher, engherziger Sittenbesserer, der in uner-träglichem Fanatismus unreife Kinder mit tyrannischer Polizeiüber Mädchen und Frauen betraute, theatralische Veranstaltungenliebte, eine krankhafte Ubertriebenheit an den Tag legte, seinegrößten Fehler aber durch Einmischung in die Staatsgeschäfte undBefolgung einer in blinder Vertrauensseligkeit auf den leichtsinni-gen und sittenlosen Karl VIII. wurzelnden Politik und durch sei-nen verstockten, bis zur revolutionären Auflehnung gegen denPapst gesteigerten Ungehorsam beging das war Pastor zu-folge der Mann, dem dieser selbe Papst den Kardinalshut anbot, .Lorenzo de' Medici, Pico von Mirandola, Michelangelo, Guicciar-dini, Machiavelli den Zoll aufrichtiger Hochschätzung, ja Bewun-derung entrichteten, der heilige Philipp Neri und die heilige Ka-tharina von Ricci ihr ganzes Leben lang innigste Verehrung be-zeigten! Gleichwohl müßte man sich diesem Urteile beugen, wennes sich als Ausfluß einer besonders gründlichen, auf neuen Ur-kunden und Quellen aufgebauten Forschung erwiese, wie man sievon einem Gelehrten gewärtigen mochte, welcher sich der Be-nützung wichtigster, bisher unzugänglicher archivalischer Schätze