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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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P. HARTMANN GRISAR S. J.

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gen 171 mit der Erklärung: „Sie (die neuen Quellen) geben aller-dings eine Anzahl neuer Notizen, verbessern einige Daten underweisen verschiedene nebensächliche Auffassungen als unrichtig.Aber das Gesamturteil über Savonarola, wie es sich jeder mitHilfe des bisher Erschienenen hat bilden können, bleibt das-selbe" — eine Erklärung, mit welcher Cosci lediglich das vonihm seinem Landsmanne Villari mit Recht gespendete warmeLob bestätigen, keineswegs aber, wie man nach P. Grisars irre-führender Darstellung annehmen muß, das ihm gar nicht zurBegutachtung vorliegende Werk des deutschen Theologen Her-genröther decken will. Wenn Bayonne, fährt Grisar fort, fürseinen Helden gleiche Behandlung beanspruche wie für dieJungfrau von Orleans, deren Seligsprechung damals eben betrie-ben wurde, so sei dies ein mißlicher Anspruch, da jener Antragnach einigen Monaten abgelehnt worden sei. Bekanntlich wardnun aber die Jungfrau inzwischen sogar heiliggesprochen, so daßsich nun nicht mehr der Anspruch des Dominikaners, wohl aberdie etwas hämische Bemerkung des Jesuiten als „mißlich" her-ausstellt. Die Beweiskraft der dem Frate von den Heiligen PhilippNeri und Katharina Ricci erwiesenen Verehrung glaubt Grisardurch die Erwägung verringern zu können, man habe in Florenznoch lange unter dem überwältigenden Eindrucke seiner Er-scheinung gelebt, von dieser Begeisterung seien nun eben wohlauch jene Heiligen, geborene Florentiner, angesteckt gewesen unddie panegyrischen Leben Burlamacchis und Picos hätten dasIhrige getan. Tatsächlich hingen jedoch jene Heiligen dem Fratekeineswegs nur auf Grund ihrer Familienüberlieferung an, son-dern waren eifrige Leser seiner Werke und ließen sich von ihrerVerehrung selbst durch heftige, gegen sein Andenken gerichteteVerfolgungen höchster kirchlicher und weltlicher Stellen nichtabschrecken. Grisar unterläßt es natürlich auch nicht, seine Be-denken gegen Savonarolas Prophetentum und Heiligkeit zuäußern. Gott rüste, meint er, die Werkzeuge seiner Gnade vorallem mit Demut aus, während sich der Prediger in einer Span-nung mit der Hierarchie bewegt habe, die zum vollen Brucheführte. Er habe dem Heiligen Stuhle über den Charakter seinerProphetie keine Prüfung gestattet, ja sogar gegen den Nach-folger des heiligen Petrus angekämpft und sich in äußerster Ver-irrung bis zum Versuche einer Absetzung des Papstes durch ein