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HERGENRöTHER, DIE GESELLSCHAFT JESU
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Rede und auch Revere prangte nicht mehr im Literaturverzeich-nisse. J. Hergenröther, der spätere Kardinal, kam über diesenbeschränkten Aschbach-Kerkerstandpunkt nicht hinaus 162 . Fürihn war der Frate ein fanatischer Eiferer mit phantastischer An-lage, visionärem, exzentrischem, das klare Denken zurückdrän-gendem Geistesleben, das in Verbindung mit äußeren gewaltigenEindrücken seine Verirrungen, deren größte der Ungehorsamwar, begünstigte. Es war für die kirchliche Behörde unerläßlich,gegen den „renitenten Mönch" einzuschreiten, der, zwar keinformaler Ketzer noch ein Vorläufer der Reformation, aber auchkein Heiliger, wenn auch ein persönlich frommer, durch seinepolitische Stellung in falsche Bahnen geleiteter Mann, demSchisma zusteuerte. Bei H. Brück 163 erscheint Savonarola alsein kühner und genialer Mann, der reformatorische Demagog inder Mönchskutte, ob seiner falschen Prophetie und aufrühreri-schen Reden zum Tode verurteilt, aber dem katholischen Glaubenwie seinen Gelübden bis zum letzten Atemzuge getreu. J. Marx 164läßt ihn praktisch unkirchliche Tendenzen vertreten, nämlich diekonziliaren Ideen und die husitische Leugnung der Kirchenge-walt in einem schlechten Oberen. Nach berühmten Musternglaubte nun J. Alzog 165 seine ursprüngliche lichte Schilderungdurch Eintragung einiger düsteren Züge abdämpfen zu müssen,wie auch F. X. Kraus 166 nicht umhin konnte, die apokalyptisch-schwärmerische Geistesrichtung des Frate sowie die Maßlosigkeitund Heftigkeit seiner Polemik zu tadeln, die er freilich mit denZeitverhältnissen entschuldigte. Der Würzburger Kirchen-historiker J. Schwab 167 schwankte zwischen Perrens und Villarihin und her und vermochte selbst den Einfluß Bayles nicht zuverleugnen, indem er den Frate als ausgesprochenen Fanatiker(fanatique outre) kennzeichnete, dessen prophetisches Bewußt-sein von gewaltsam ausgeredeten Zweifeln beunruhigt war. Daßvollends die Väter der Gesellschaft Jesu, von Haus aus gewohnt,an alle kirchengeschichtlichen Erscheinungen den in ihren Augenuntrüglichen Maßstab ihrer Papalatrie anzulegen, für einen Mannwie Savonarola kein Verständnis hatten, wird nicht überraschen.In der Besprechung 168 , die sie der Geschichte S. Marcos von Mar-chese widmeten, machten sie strenge darauf aufmerksam, in derKirche gebe es keine, auch keine prophetische, der päpstlichenGewalt entrückte Macht, es könne daher auch die Reform der