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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE BOLLANDISTEN UND IHRE ORDENSGENOSSEN

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Frate beisteuerte 15 . A. Touron 16 stützte sich in seiner „Geschichteder berühmten Männer des Dominikanerordens" auf Bzovius, unddas hieß auf Burlamacchi und Pico, ja ein so hervorragenderKirchenhistoriker wie Alexander Natalis trug sogar kein Beden-ken, die Mißachtung des Kirchenbannes durch den Frate mit demHinweise auf seine Ungerechtigkeit in Schutz zu nehmen 17 . Dasich aber der Dominikanerorden selbst seines Propheten nurwenig annahm, ihm keinerlei Verehrung erwies und nicht einmaldie Ehre der Eintragung in sein Martyrologium zubilligte, so er-klärten die Bollandisten, sein Leben nicht in ihre große Samm-lung aufnehmen zu können; sie führten ihn unter den „Über-gegangenen" (praetermissi) auf und bemerkten nicht ohne feinenSpott, sie seien gerne bereit, ihm in einem Nachtragsbande einenPlatz einzuräumen, sobald sie von seinen Ordensoberen in Kennt-nis gesetzt würden, daß der Heilige Stuhl damit einverstandensei 18 . Der Jesuit Martin Delrio (1551—1608) gab zwar in seinenUntersuchungen über die Magie den göttlichen Ursprung derOffenbarungen der Jungfrau von Orleans zu, erkannte aber dieProphetie des Frate als Teufelsbetrug nicht nur aus der Tatsacheihrer Nichterfüllung, sondern auch aus der Mißachtung des päpst-lichen Bannes, und hielt jene für frömmer und beherzter, die sichauf die Seite des Heiligen Stuhles stellten, statt sich mit seinenVerteidigern für das Ansehen eines einzelnen Mannes einzu-setzen 19 . Der Jesuit Hieronymus Tiraboschi (1731—1794) spen-dete zwar der Beredsamkeit des Frate hohes Lob, entrüstete sichaber zugleich aufs tiefste über sein frevles Unterfangen, demHeiligen Stuhle den Gehorsam nicht nur selbst aufzusagen, son-dern auch die Massen hierzu aufzuhetzen und den Papst vomThrone zu stürzen 20 . Der verdienstvolle Historiker Ludwig AntonMuratori (1672—1750), Bibliothekar und Propst zu St. Mariadella Pomposa zu Modena, in seiner Jugend durch die Schule derJesuiten gegangen, schrieb durchaus in ihrem Sinne 21 , Savonarolahabe sich durch Mißachtung päpstlicher Anordnungen und Be-schäftigung mit Politik unzweifelhaft einer schweren Pflichtver-letzung schuldig gemacht, obschon er unleugbar ein Mann von aus-gezeichneter Frömmigkeit war, ausgestattet mit den seltenen Gaben,die den wahren Diener Gottes verraten, von den Guten als Mär-tyrer verehrt, dessen Werke eine wunderbare Salbung und denGeruch der Heiligkeit verbreiten. Aufs entschiedenste nahm der