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SAVONAROLA IN DER GESCHICHTSLITERATUR
fälliger, je stärker ihr Gegensatz zu der ausführlichen Darstellungwar, welche ein anderer Forlsetzer des Baronius, der DominikanerAbraham Bzovius (1567—1637), geliefert hatte. Unter allenHistorikern hatte Bzovius als der erste nicht nur die Verteidi-gungsschriften eines Dominikus Benivieni und seines BrudersHieronymus, Georg Benigni, Johann Nesi, Barth. Redditi, Paulvon Fucecchio, Placidus Cinozzi, Kaspar Contarini, Franz Calorou. a. herangezogen, sondern sogar schon die Leben Picos undBurlamacchis benützt; von den beiden letzteren machte er so aus-giebigen Gebrauch, daß er ihre Berichte in großen, auf die ein-zelnen Jahre verteilten Abschnitten meist wörtlich und so gutwie vollständig übernahm. Seine Annalen, die also in Wirklich-keit den ersten, wenn auch noch nicht zusammenhängendenDruck Burlamacchis boten, kamen daher in Sachen des Frateüber alle bisherigen Darstellungen weit hinaus und konnten vonden späteren Historikern wie Raynald nicht ohne wesentliche Be-einträchtigung ihrer eigenen Leistungen vernachlässigt werden.Auf sie bezog sich Heinrich Spondanus (1568—1643), Bischof vonPamiers, ein weiterer Fortsetzer des Baronius; er kam zu demErgebnisse", selbst wenn Savonarolas im Kerker erpreßte Ge-ständnisse durchaus echt wären, so enthielten sie doch nichts, wasso harte Buße verdient hätte, es müßte denn nur seine Vorliebefür die Franzosen sowie die Berufung eines Konzils zur Reformder Kirche als ein des Feuers in diesem und im anderen Lebenwürdiges Verbrechen erachtet werden. Daß sich besonders diefranzösichen Dominikaner ihres Ordensgenossen wacker an-nahmen, gereichte ihnen nur selbst zur Ehre 12 . So gab JakobQuetif, wie schon erwähnt, nicht nur sein von Pico geschriebenesLeben heraus 1 *, das er in zwei Bänden durch eine Fülle gelehrterBemerkungen sowie durch eine Menge von Auszügen aus Bur-lamacchi-Bottonio und durch reiche Beigaben amtlicher Schrei-ben des Heiligen Stuhles oder der Signorie und sonstiger wichtigerSchriftstücke zu einer wahren Fundgrube wertvollen, für die Ge-schichte des Frate vielfach noch heute unentbehrlichen Stoffesmachte, sondern veranstaltete zugleich auch eine Sammlung seinererbaulichen Briefe und kleineren Schriften", während sein Freundund Mitbruder Jakob Echard, der Fortsetzer und Vollender desvon ihm begonnenen großen Werkes über die Schriftsteller desPredigerordens, ein ausführliches Verzeichnis der Schriften des