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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE „GLEICHFÖRMIGKEITEN" BEI BURLAMACCHI

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meinde Christi, durch Wunder gestärkt, nacii seinem Tode immermehr wuchs, so vermehrte sich nach dem Tode des Frate dieSchar seiner Anhänger durch die vielen Wunder, die sich aufseine Fürsprache ereigneten. Zum Lohn für seine Leiden undMühen auf Erden thront nunmehr der Frate mit dem Erlöser imHimmel. War er aber, so beschließt Pico seine Schrift, den Hei-ligen in seinem Leben an Tugenden und nach seinem Tode anWundern gleich, so darf man mit Fug erwarten, daß er nun auchder kirchlichen Ehren teilhaftig werde, die man anderen Heiligenerweist.

Picos Buch gereichte den Piagnonen wie um seines Inhaltes undhumanistischen Lateins, so schon um der erlauchten Person desVerfassers willen zum höchsten Tröste 95 . Neben ihm vermochtesich ein so stümperhaftes Machwerk, wie es die lateinische Über-tragung Burlamacchis war, nicht zu behaupten. Der Übersetzererkannte dies selbst; neidlos beugte er sich vor der „bewunde-rungswürdigen Lebensbeschreibung Johann Franz Picos". Gleich-wohl wurde selbst sie dem Werke Burlamacchis niemals gefähr-lich; allzuweit blieb sie mit ihrem kümmerlichen Stoffe hinter dertatsachenreichen, der Fassungskraft aller Volksschichten gleich-mäßig zugänglichen Erzählung Pacificos zurück, als daß sie diesehätte verdrängen können, so wenig sich ihr starker Eindruck aufdie Gemüter verkennen ließ. Er äußerte sich in einer mehrmalsversuchten, mehr oder minder starken Angleichung der Darstel-lung Burlamacchis an die Picos, und kam in besonders auffälligerWeise in einer Bearbeitung Burlamacchis zum Ausdruck 96 , die sichnach dem Vorgange Picos den Nachweis zur Aufgabe setzte, Sa-vonarolas ganzes Leben sei nichts anderes als eine einzige Nach-bildung des Lebens Jesu gewesen. „Die Tugenden des Frate", heißtes hier, „waren so groß, daß sie nicht nur Florenz und seine Zeiterleuchteten, sondern auch allen anderen Völkern und Jahrhun-derten erstrahlen werden. _ Wohin seine Lehren, Schriften undPredigten drangen, überall hatten sie eine Reform der Orden undGeistlichkeit zur Folge, wie überhaupt jedes Ding in der Welt zuschreien scheint: Reform, Reform! Woher kam sie, wenn nichtvon den Predigten und unaufhörlichen Anstrengungen des gro-ßen Savonarola! Welch ungeheures kirchliches Verderbenherrschte vor ihm, und wie sehr schlug nun doch alles zum Bes-seren um!" Der Bearbeiter geht nun aber über sein Vorbild inso-

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