JOHANN FRANZ PICO UND SAVONAROLA
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Albert den Todesstreich, seine Gattin Johanna Garaffa und ihr** Sohn Paul wurden in den Kerker geworfen.
Die furchtbaren Schicksalsschläge, von welchen er betroffenwurde, und die ständige Todesgefahr, worin er schwebte 78 , warenganz dazu angetan, Picos religiös so empfängliche, den Wahr-heiten des Christentums weit aufgeschlossene Seele erst recht*fe ernst zu stimmen und mit Ewigkeitsgedanken zu durchdringen.
So war er ganz in der Geistesverfassung, den Bestrebungen eines(W Mannes wie Savonarola verständnisvollste Teilnahme entgegenzu-
fimJ: bringen. Seitdem er ihn 1492 durch seinen Onkel in Florenz k-en-
mifa nengelernt hatte, hegte er eine Zuneigung für ihn, welche die
!,ij schwersten Proben bestand. Ihm widmete er seine aus drei
Kita Büchern bestehende Schrift „Über die Betrachtung des Todes
jjj Christi und unseres eigenen 79 "; keinen gelehrteren, keinen weise-
*. ren, keinen heiligeren, beteuerte er in dem Geleitsschreiben, kenne
i, er, niemand, der gleich ihm die bevorstehenden Trübsale ge-
weissagt hätte. Auf die Kunde von den gehässigen Nachreden,t l welche dem Vikar des Minoritengenerals, Hieronymus Tornielli,
über den Frate zu Ohren gekommen waren, trat er für den ver-leumdeten Freund sofort brieflich ein 80 , den er auch in einer dem-selben Tornielli gewidmeten Schrift gegen die Angriffe in Schutznahm, welche der gelehrte Minorit Samuel Cascini gegen den„Abriß der Offenbarungen" gerichtet hatte 81 . Am allerwenigstenließ er den Propheten in der schwersten Zeit im Stiche. Als diesermit dem Kirchenbanne belegt worden war, beeilte er sich, wie
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wir uns erinnern, die Ungültigkeit dieser Maßregel in einerAbhandlung darzutun, die das besondere Mißfallen des Heili-gen Stuhles und des Herzogs Herkules von Ferrara er-regte. Nach dem Tode des Frate beschloß er, sein Leben zuschreiben, um, wie er im Vorworte selbst sagte, die Zeitgenossenüber den wahren Sachverhalt aufzuklären und den zahllosen Ver-dächtigungen, denen er ausgesetzt war, zu steuern, der Nachweltaber das leuchtende Beispiel heiligen Wandels und unerschrocke-ner Wahrheitsliebe vor Augen zu führen. Doch sah er sich durchschwere Hindernisse an der Ausführung seines Vorhabens langegehindert. Unter den Schriften, welche er Ende November 1505, an Thomas Wolf sandte, war das Leben des Frate, mit welchem
er sicher nicht zurückgehalten hätte, noch nicht; wohl aber führteer es in der Liste seiner Werke bereits auf, welche er 1520 für