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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE LEBENSBESCHREIBUNGEN

seine sämtlichen Schriften in einem langen Schreiben an seinenFreund Giglio Giraldi auf, im Jahre 1520, dem 50. seinesLebens, wie er selbst beifügte 77 . Mit berechtigtem Stolze konnteer auf eine stattliche Reihe theologischer, asketischer, moralischer,historischer und biographischer Werke verweisen. Auch alsÜbersetzer war er tätig gewesen, die biblischen Bücher hatte ererläutert, Justin den Märtyrer, Chrysostomus und Theophrast insLateinische übertragen.

Eine solche jedem Berufsgelehrten zur höchsten Ehre gerei-chende literarische Fruchtbarkeit war aber doppelt bewunde-rungswürdig bei einem Manne, der seine kärglichen Mußestundenden zahlreichen und harten Obliegenheiten abringen mußte, wiesie seine Stellung als Inhaber einer von den nächsten Verwandtenaufs zäheste und leidenschaftlichste bestrittenen Herrschaft mitsich brachte. Nach dem Tode Galeotto I. hatte er 1499 als ältesterSohn ein Erbe angetreten, das ihm von seinem Bruder Ludwigund seiner streit- und ränkesüchtigen Frau Franziska, der Tochterdes kriegsgewaltigen Bandenführers Jakob Trivulzio, hartnäckigstreitig gemacht wurde. Mit Unterstützung des Herzogs Herkules I.von Ferrara vertrieben Ludwig und Trivulzio 1502 den unzuläng-lich gerüsteten Johann Franz nach langer Belagerung aus Miran-dola und setzten sich hier fest, während Johann Franz unstet inder Fremde umherirrte, bis Julius IL (1511) mit starker Hand dieFeste zurückeroberte und ihrem rechtmäßigen Besitzer einräumte.Noch im selben Jahre mußte jedoch Johann Franz der durch dieFranzosen gestärkten Übermacht Trivulzios aufs neue weichen.Als aber mit der Vertreibung der Franzosen aus Italien TrivulziosMacht gebrochen war, wurde Johann Franz 1515 von Maximilianneuerdings als Herr seines gesamten väterlichen Erbes anerkanntund als solcher 1521 auch von Karl V. bestätigt. Seine haßerfüllteSchwägerin ließ ihm aber auch jetzt keine Ruhe, heftiger als jezuvor loderte der Streit empor, selbst Leo X. vermochte, so sehrer sich bemühte, die erhitzten Gemüter zu beschwichtigen, denFrieden nicht herzustellen. Was besorgte Freunde längst be-fürchtet hatten, das erfüllte sich in der Schreckensnacht vom15. Oktober 1533. Von seinem Neffen Galeotto Pico überfallen,erlitt Johann Franz zu Füßen eines Bildnisses des Gekreuzigten,unter dessen Schutz er sich geflüchtet hatte, mit seinem Sohne