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DIE ZEITGENÖSSISCHEN QUELLEN
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Wiederholt merkt er an, er sei selbst Zeuge der von ihm gemelde-ten Vorgänge gewesen, und da seine Angaben überdies in allenwesentlichen Stücken von einwandfreien Zeugen bestätigt werden,so unterliegt seine Glaubwürdigkeit keinem begründeten Zweifel,zumal da er, wenn auch nicht völlig gleichzeitig, so doch immer-hin schon 1503 schrieb. Dies gilt namentlich auch von den höchstbeachtenswerten Mitteilungen, die er über seine Unterredungenmit Doffo Spini und über seine Bekenntnisse bezüglich der Feuer-probe und der falschen Prozesse macht — Geständnisse, die sichdurchaus im Rahmen dessen bewegen, was wir auch sonst nichtetwa nur von den Piagnonen, sondern sogar von Vaglienti überdas Treiben der Gegner und besonders der Compagnacci erfahren.
Eben um dieser äußerst wichtigen Mitteilungen Doffo Spiniswillen wurde Filipepis Schrift schon von Lorenz Violi (1464 bis1544 [?]) zu Rate gezogen, als er im hohen Alter an seinen „Gior-nate" arbeitete, einem auf 12 Tage verteilten Zwiegespräche überden Frate 40 . In der Einleitung gibt er die uns bereits bekanntenAufschlüsse über die von ihm besorgten Sammlungen und Aus-gaben der Predigten des Frate, um sich dann im Laufe der Unter-redung besonders über die Prophetie, über die Feuerprobe undüber die drei Prozesse näher auszulassen. Da er seine Aussagenauf Grund eigener Beobachtungen macht und mit den maßgeben-den Personen und Umständen aufs beste vertraut ist, so fällt seinZeugnis schwer ins Gewicht, wenn man auch nicht aus den Augenverlieren darf, daß er seine Erlebnisse erst nach vielen Jahren zuPapier bringt.
Dasselbe gilt von den Aussagen des Bruders Benedikt Bettuccioaus Florenz 41 . Unter der furchtbaren Wucht der Nachricht vonden angeblichen Geständnissen des Frate war auch er wie seineMitbrüder von S. Marco seelisch zusammengebrochen. Von Ent-setzen gelähmt und wie außer sich, schied er aus seiner Vaterstadtund pilgerte gleich manchen anderen seiner Klostergenossen nachViterbo. Hier gewann er seine Fassung allmählich zurück, und alser im Sommer 1500 nach Florenz heimkehren durfte 42 , war erwieder der alte. In einem aus drei Teilen bestehenden Werke,dem „Razionale", deckte er noch im selben Jahre die Namen so-wie die Ränke und Umtriebe der Bösewichte auf, die den Unter-gang des Frate herbeigeführt hatten. Unter den uns erhaltenenSchriften Benedikts ist die für die Geschichte Savonarolas erheb-