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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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PETER PARENTI

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die sich in Bürgerhäusern und Klosterzellen, in Ratsstuben undKirchenhallen, auf Straßen und Plätzen um ihn entspannen. Erwar Augenzeuge der vereitelten Feuerprobe, er sah seiner Hin-richtung zu, noch mehr, er gehörte der Behörde mit an, die ihnzum Tode verurteilte. Parenti berichtet demnach als unmittel-barer Augen- und Ohrenzeuge. Daß die Aussage eines solchenMannes, der mit den Verhältnissen und handelnden Personen ver-traut wie wenige war, von größtem Werte ist, liegt auf der Hand,zumal da die Aufzeichnungen, die er in seinem Tagebuche machte,der Zeit der mitgeteilten Ereignisse selbst entstammen. Eben indieser seltenen Gleichzeitigkeit liegt ein weiterer Hauptvorzugseiner Familienchronik. An ihrer Hand sind wir in der glücklichenLage, die Wirksamkeit des Frate und ihr Auf und Nieder nicht nurvon Jahr zu Jahr, sondern von Monat zu Monat, wenn nicht vonWoche zu Woche und von Tag zu Tag aus nächster Nähe zu be-obachten. Allerdings war Parenti kein unparteiischer Bericht-erstatter. Obschon mit dem Frate und den Frateschen in der Be-geisterung für die Volksherrschaft und in der Abneigung gegendie Tyrannei und gegen den Tyrannen Peter Medici einig, warer den Piagnonen und ihrem Meister doch um so mehr gram, jeweniger sich seine Erwartung erfüllte, unter der Herrschaft desVolkes auch selbst zu Ehren und Würden zu gelangen. Glitt erso wie von selbst ins Lager der Arrabbiaten, so taten seine gesell-schaftlichen Verbindungen das übrige. Alfons Strozzi, einer derFührer der Compagnacci, der beim Sturme auf S. Marco als einerder ersten hoch zu Roß auf dem Signorenplatze war und nachherzu denen gehörte, die mit dem peinlichen Verhöre des Frate undseiner Genossen betraut waren, war sein Vetter. Tanai de' Nerli,gleich seinem Sohne Jakob einer der erbittertsten Gegner desFrate, war sein Taufpate und später sein Brautführer, eineEnkelin Tanais die Gattin seines ältesten Sohnes. Lorenz Morelli,ebenfalls ein geschworener Widersacher des Propheten, war derTaufpate seines eben erwähnten Sohnes. Selbst Ceccone, derFälscher der Prozesse, begegnet uns in der Nähe Parentis 16 . Blin-der Voreingenommenheit für den Frate war Parenti daher gewißnicht verdächtig, schon seiner ganzen Weltanschauung nach warer von ihm durch eine weite Kluft geschieden. Was von seinemVetter Philipp Strozzi dem Jüngeren galt, daß er ein reicher Kauf-mann, in seiner Seele aber ein Heide war 17 , das traf auch auf ihn