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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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PHILIPP NERI UND KATHARINA VON RICCI

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Heiligenscheine darstellte. Dies hinderte keineswegs, daß er vonPaul V. 1615 selig, von Gregor XV. 1622 heilig gesprochen wurde.Als nun unter Benedikt XIII. die Heiligsprechung seiner 1590verschiedenen Freundin Katharina von Ricci im Gange war, er-hob Prosper Lambertini den Einwand, sie habe gefehlt, indem siezu Savonarola um Heilung von ihrer Krankheit flehte. Daraufward ihm erwidert, dieser sei schon bei seinen Lebzeiten im Ge-rüche der Heiligkeit gestanden und im Frieden der Kirche ausdem Leben geschieden, nachdem er die sakramentale Los-sprechung, die heilige Kommunion und einen vollkommenenpäpstlichen Ablaß empfangen hatte. Die Dienerin Gottes durftedaher, ohne zu sündigen, zu Savonarola beten, denn um sich aneinen Verstorbenen um seine Fürbitte zu wenden, genüge es, daßman sein ewiges Heil mit größter Wahrscheinlichkeit annehmenkönne. Benedikt XIII., dem der Fall zur Entscheidung vorgelegtwurde, verfügte, aus dem Gebete Katharinas zu Savonarola dürftenkeine für den Fortgang der Heiligsprechung nachteiligen Folgengezogen werden, und Prosper Lambertini selbst nahm an dieserAndacht so wenig Anstoß, daß er der seligen Nonne als Bene-dikt XIV. die Ehre der Altäre 1746 selbst zuerkannte 58 . Es warenaber nicht etwa nur florentinische Heilige, die dem Prophetenvielleicht nur aus vaterländischer Vorliebe besondere Sympathieentgegenbrachten. Nicht weniger aufrichtig waren ihm anderefromme Seelen zugetan, so die selige Columba von Rieti, die seligeMaria Bagnesi und die selige Katharina von Racconigi 59 , und ihnenwäre auch der heilige Franz von Paula anzureihen, wenn dieunter seinem Namen überlieferten Briefe an Simon von Alimenavon ihm selbst herrührten und nicht das erst nach 1537 entstan-dene Machwerk eines Fälschers wären 60 .

So hohe Stücke der Erzbischof und Kardinal Alexander de'Medici von Florenz auf Katharina von Ricci hielt, so war er dochallzusehr der Sohn seiner Ahnen, als daß er sich unter dem Ein-flüsse der begeisterten Nonne zum Piagnonen bekehrt hätte. Erließ das Bild des Frate, das Bernhard von Castiglione 61 im KlosterS. Marco angebracht hatte, zerstören und verbannte diesen nachViterbo, wo er 1581 als bußfertiger Christ, aber unbußfertigerPiagnone starb. Ebensowenig'duldete er es, daß die Dominikanervon St. Maria Novella, als sie ihr Kloster ausmalten, den Frateunter ihren Ordensheiligen darstellten; doch gebrauchte der Maler57*