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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE VEREHRUNG DES TOTEN

kanerinnenkloster vom heiligen Vinzenz zu Prato, namentlichseitdem hier i. J. 1529 die Schwester Obedienza Ginori durch Be-rührung einer Reliquie des Propheten von einer unheilbarenLähmiij^ befreit worden war 51 . Im Jahre 1535 hatte nun imAlter von 13 Jahren die aus vornehmem florentinischen Ge-sehJechte geborene Katharina von Ricci auf den Rat ihres OnkelsTimotheus von Ricci, der Beichtvater der Klosterfrauen war, denSchleier genommen und 1540 am 23. Mai, am Jahrestage der Hin-richtung der drei Mönche, wunderbare Genesung von einemschmerzhaften Steinleiden erlangt 55 . Bald darauf hatte sie eineneue Erscheinung des Frate, als dessen geistige Tochter undSchülerin sie sich fortan bis an ihr Lebensende fühlte und be-währte. Sie sammelte alle Reliquien, Bildnisse und Schriften vonihm, die ihr zugänglich waren und verwandelte das KlosterS. Vinzenz, dessen Vorsteherin sie lange war, in ein Savonarola-Museum. Sie las seine Bücher selbst und lieh sie anderen undverbreitete, wo sie nur konnte, die Andacht zu ihm, dessen Für-sprache sie viele Gnaden, Erleuchtungen und Gesichte zuschrieb.Vom Geiste des Frate beseelt, lechzte sie gleich ihm nach einerErneuerung der entarteten Kirche. Gleichwohl ward sie vonBischöfen, Ordensgeneralen und Kardinälen aufgesucht. DerKardinal Marcello Cervini, der spätere Marcell IL, der KardinalAldobrandini, der nachmalige Clemens VIII., sogar der KardinalAlexander de' Medici, der spätere Leo XL, eilten nach S. Vinzenz,um die ebenso kluge wie fromme Nonne in den schwierigstenFragen und Lagen um Rat und Fürbitte zu ersuchen 58 . Zu ihrenFreunden zählte auch ihr florentinischer Landsmann PhilippNeri, der Stifter der Oratorianer, der ihre heiße Verehrung fürden Frate durchaus teilte. Als unter Paul IV. die bekannte strengeUntersuchung der Werke Savonarolas stattfand und die Domini-kaner am Tage der Entscheidung eine Andacht vor ausgesetztemAllerheiligsten um glücklichen Ausgang der Sache veranstalteten,kniete als der andächtigste unter den Betern Philipp Neri in einerEcke der Hauskapelle des Minervaklosters. Auf einmal gerieter in Verzückung, aus welcher er mit den Worten erwachte:Sieg, Sieg, meine Lieben, der Herr hat unser Gebet erhört! Sieg,Sieg 57 !" Wie Katharina von Ricci, so las Philipp Neri gern inden Schriften des Frate, die er auch seinen Jüngern empfahl; erhatte ein Bildnis von ihm in seiner Zelle das ihn mit einem