BARTHOLOMÄUS REDDITI
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daß sich Florenz durch das Wort des Frate in ein irdisches Para-dies verwandelte, während sein Tod die Hölle zu entfesseln schien.Besonderes Gewicht legt er auf Widerlegung der Bedenken undVorwürfe, welche die Gegner in Sachen des Kirchenbannes, derFeuerprobe und der Prozesse zu erheben pflegen; er macht beidieser Gelegenheit manche höchst dankenswerten Mitteilungenund versäumt keine Gelegenheit, seiner ungeschwächten Begei-sterung für den über alles verehrten Meister beredten Ausdruckzu verleihen. Da er im Juni 1513 zur Zeit der Medici mit weis-sagenden Mönchen über Savonarola sprach, so wurde er von denMachthabern der Stadt verwiesen und an die Grenze geschafft 11 .Größte Entrüstung verursachte in Rom auch eine Schrift, dieLukas Bettini, Mönch von S. Marco, Schwager des Geschicht-schreibers Jakob Nardi, zur Verteidigung des Frate 1516 in Bo-logna dem Drucke übergab 12 ; die Zusammenstellung der Weis-sagungen des Frate über die Kirchenreform 13 , die Bettini 1543 zuVenedig erscheinen ließ, wurde sehr bald dem Verzeichnis der ver-botenen Bücher einverleibt 14 . Auch Zacharias von Lunigiana, derfeurige Volksredner, griff zur Feder, um den Frate und seinebeiden Genossen wider die Anklagen der Ketzerei und Kirchen-spaltung in Schutz zu nehmen 15 .
Wie in Florenz, so gab es in Ferrara begeisterte Piagnonen. DerWeltgeistliche Franz Caloro verfaßte hier auf Drängen seinerFreunde eine Verteidigungsschrift 16 , worin er den Beweis antrat,das Maß der Sünden sei voll und daher die Erneuerung der Kirchenahe, die durch einen Propheten vorausverkündet werden mußte,der in der Person des Frate erschien. Er trug alle Merkmale einesechten Propheten an sich, immer gehaßt, und doch stets mit Be-wunderung angehört. Seine Predigten, von verschiedenen gesam-melt und nach allen Teilen der Welt verschickt, wurden seitherhäufig von hervorragenden Kanzelrednern Wort für Wort wie-derholt, heiligmäßige Jungfrauen und Nonnen halten Gesichte,die seine Prophetien bestätigten. Am deutlichsten spricht aberihre augenscheinliche Erfüllung für sie. 1491, sieben Jahre vorseinem Tode, sagte er bei Auslegung des Ps. (39): „Expectansexpectavi" sein gewaltsames Ende mit den Worten voraus: „DieGottlosen werden zum Heiligtum stürzen und das Tor mit Beilund Feuer erzwingen und die Gerechten ergreifen und auf demHauptplatze verbrennen, und was das Feuer nicht verzehrt, das