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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE VERFOLGUNG DES TOTEN

licher Aussprüche war es nun freilich nicht getan. Denn sowenigsich Kardinal Ghislieri für den Frate einsetzte, so bestand er dochauf näherer Begründung der beanstandeten Sätze. Darauf nichtvorbereitet, gerieten die Ankläger in größte Verlegenheit und muß-ten sich von den Kardinälen den Vorwurf gefallen lassen:Warumverdammt ihr, was ihr nicht kennt?" Der Jesuitengeneral Laynezsah sich sogar veranlaßt, seine bisherige feindselige Haltung rund-weg abzuleugnen, obschon ihm seine eigenhändig verfaßte An-klageschrift unter die Augen gehalten wurde. Die Franziskanerdagegen, in welchen man die schärfsten Widersacher vermutet,hatte, hüllten sich auf den Wink einiger Kardinäle in tiefesSchweigen.

So trostlos es um die Sache des Frate nun auch bestellt schien,so fehlte es ihr doch nicht an tapferen Kämpen, deren herzhaftesAuftreten die unwillkürliche Sympathie der Kardinäle undschließlich den Sieg gewann. Der erste, der sich offen hervor-wagte, war Peter Paul von Arezzo, der den Kardinälen auf ihreVorstellung:Wie könnt ihr, Meister des heiligen Palastes unddaher zu seiner Verteidigung und zur Verherrlichung des HeiligenStuhles verpflichtet, diesen angreifen?", mutig zur Antwort gab:Erlauchte Herren, meine Hauptpflicht ist die Verteidigung derWahrheit gegen jedermann; ich hielte es daher für eine Schande,wenn von diesem Palast, an den sich alle um Schutz der Wahr-heit wenden, das Geringste gegen sie geschähe, indem ich zueinem Beschlüsse schwiege, der ihr zuwiderliefe." Leider starber schon wenige Tage hernach in päpstlicher Ungnade, woraufMeister Matthäus Lachi aus Florenz mit einer trefflichen Schriftauf die Seite des Frate trat. Zu seiner Unterstützung aber beriefer den Mann, der sich fortan allen Anstürmen wie eine unbe-zwingliche Mauer entgegenstemmte, den Meister Paulin Ber-nardini von Lucca 134 . Als einer der ersten Gelehrten seines Or-dens geschätzt, und als ein Mann anerkannter Heiligkeit verehrt,ein Verwandter Pazifiko Burlamacchis 135 , des Biographen desFrate, teilte er mit diesem die heilige Begeisterung für die ur-sprüngliche Ordensregel und die von ihr geforderte strenge Ar-mut und Einfachheit. Er war die Seele der Observanz der Abruz-zen, die ihren Sitz in Chieti hatte und eine Neuauflage der Obser-vanz von S. Marco bildete, da sie wie diese den Gemein- wieSonderbesitz verwarf, den Lebensunterhalt durch Almosen von