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DER STURM UNTER PAUL IV.
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allen die Lossprechung versagten, die seine Schriften nicht demFeuer übergaben 133 .
Hand in Hand mit den Jesuiten gingen die Augustiner, un-willig darüber, daß sie das ihnen von Cosimo Medici eingeräumteKloster Savonarolas auf päpstlichen Befehl hatten aufgeben müs-sen. Als nun Paul IV. wieder einer der Sitzungen des Glaubens-gerichtes, an welchen er sich regelmäßig zu beteiligen pflegte,anwohnte, überreichten ihm der Jesuitengeneral Laynez und derAugustinerprokurator Fabian eine Reihe bedenklicher, aus denSchriften bzw. Predigten des Frate gezogener Sätze. In Gegen-wart der Kardinäle verlesen, versetzten sie den Papst in heftigstenZorn. „Das ist ein zweiter Luther," rief er aus, „seine Lehre ver-breitet den Tod. Was säumt ihr, hochwürdigste Herren? Sehtihr nicht, daß man diese tödliche Lehre verbieten muß?" Dabeistrampelte er mit den Füßen und rief aus: „Und wenn er birst,dem Heiligen Stuhle muß er sich wie die anderen Ketzer unter-werfen, denn Christus machte den Gehorsam für jedermann zurPflicht." Sofort war die ganze Versammlung in der Verdam-mung Savonarolas einig. „Heiligster Vater," erwiderte der Do-minikanerkardinal Ghislieri, der spätere Pius V., „wir werdenunsere Schuldigkeit tun und diese Sätze dem mit der Entschei-dung solcher Fragen betrauten Ausschusse übergeben, wie wir esauch mit den anderen Schriften machten. Wir werden also seineBücher auf den Index setzen." „Tut das," entgegnete der Papst,„und zwar bald, denn diese Lehre ist ärgerlicher und gefährlicherals die Martin Luthers."
Damit schien das Schicksal des Frate besiegelt. Der Generalwie der Prokurator seines Ordens, der Beichtvater des Papstes undfast alle Oberen ließen seine Sache im Stiche und wagten nichtsfür sie zu tun; gerade der Kardinal Ghislieri, der als Großinqui-sitor den entscheidenden Einfluß auf den Gang der Untersuchun-gen hatte, erhob sich als erster dagegen, um auch den Scheineiner Voreingenommenheit für einen ehemaligen Ordensgenossenzu vermeiden und die Gunst des Papstes nicht zu verscherzen.Die Franziskaner, Augustiner, Karmeliten und Jesuiten wetteifer-ten miteinander in der Bezeichnung anstößiger Stellen, die siefreilich nicht eigenen Studien verdankten, sondern lediglich demBuche des Catharinus Politi entlehnt hatten, der an ihrem Vor-gehen die Hauptschuld trug. Mit der bloßen Anführung verwerf-
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