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DIE VERFOLGUNG DES TOTEN
der Lebensweise auszeichnen, wir in der Gesellschaft wollen unsdurch wahren, vollkommenen Gehorsam, durch Verzicht auf eige-nes Wollen und Urteilen hervortun. Er forderte von seinen Jungernblinden Gehorsam, kraft dessen sie sich von ihren Vorgesetztenlenken und leiten lassen wie ein Leichnam oder wie ein Stab, derseinem Inhaber dient, wo und wie dieser will 131 . Auch der Oberevon S.Marco sah bei seinen Untergebenen auf strengen Gehorsam;er verglich den Mönch gern mit einem Esel, der sich geduldigleiten, bepacken und selbst mißhandeln läßt; aber die Hauptsachewar ihm stets vollkommene Armut und Herzenseinfalt, Verzichtauf das Unsrige, nicht auf uns. In allem hatte Hieronymus dasHeil der Seele, das Beste der Kirche im Auge, Ignatius dagegen diehöheren Belange der Oberen, letzten Endes des Papstes, die imGrunde mit denen der Gesellschaft zusammenfielen. Für denFerraresen kam alles auf das christliche Leben an, auf die Nach-folge Jesu; für den Spanier auf die kirchliche Lehre, auf dierömische Rechtgläubigkeit. Religiöses Gepränge, prunkvolle Zere-monien, prächtige Kirchen, kostbare Geräte, behagliche Ordens-häuser, warme Beziehungen zu den Großen der Welt spielten fürden Frate keine, für Loyola und'seine Söhne stets die bedeutendsteRolle. Schon seit der Einwurzelung der durch Augustinus Trium-phus und seine Schule auf die Spitze getriebenen kurialistischenGrundsätze war man in Sachen des dem Papste geschuldeten Ge-horsams immer begehrlicher und anspruchsvoller geworden. Seit-dem nun aber durch die Reformatoren der Haß gegen das Papst-tum zum Feldgeschrei einer religiösen Bewegung geworden war,welche die Grundfesten der Kirche erschütterte, sah man im Lagerder Kirche und besonders der Männer, die sich den Kampf gegendie neue Ketzerei zur Lebensaufgabe gesetzt hatten, in der unbe-dingten Unterwürfigkeit gegen Rom das Zeichen der Kirchlich-keit und verfolgte alle mit tiefstem Argwohn, die päpstliche Maß-regeln nicht blindlings hinnahmen. Mit scheelen Augen blicktendaher die Jesuiten auf einen Mann, der sich in seinen Predigtenin der freimütigsten Weise gegen römische Mißbräuche ausge-sprochen und sogar gegen päpstliche Anordnungen hartnäckigaufgelehnt hatte. In instinktiver Abneigung gegen ihn ließ Ignatius1553 die Bücher von ihm verbrennen, die er in seinem Hausevorfand 132 ; und seine Söhne folgten getreulich seinem Beispiel,indem sie die Lehre des Frate als ketzerisch brandmarkten und