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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE JESUITEN UND SAVONAROLA

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in seiner 1564 zu Florenz gedrucktenVerteidigung der Lehre desP. Hieronymus Savonarola 129 ", worin er die von jenem erhobenenVorwürfe einen nach dem andern unter die Lupe nahm undnamentlich den schwersten und leichtfertigsten unter allen, dieAnklage auf Lutheranismus, spielend zurückwies. Sogar eineedle Frau der höchsten Gesellschaft, Lisa Deti, die Mutter desKardinals Aldobrandini, gab die Absicht kund, gegen Politi aufzu-treten. Als der Papst dies erfuhr, bemerkte er lächelnd:Wennschon die Frauen zur Rechtfertigung Savonarolas die Feder er-greifen, was werden dann erst die Gelehrten tun 130 !"

Gleichwohl verfehlte Politis Schrift ihre Wirkung nicht ganz.Sie lieferte den Gegnern des Frate die Waffen, um zum letztenund gefährlichsten Streiche wider ihn auszuholen. Papst Paul IV.,der Neffe des Kardinalprotektors Caraffa von Neapel, hatte schonals Bischof von Chieti und Oberer des von ihm mit Cajetan vonTiene gestifteten Theatinerordens seinen Priestern die Lesung derSchriften Savonarolas, der sie sich eifrig hingaben, strengstensverboten. Als Papst von leidenschaftlichem Streben nach Aus-rottung der Ketzerei entflammt, erteilte er 1558 den Generalensämtlicher Orden den Auftrag, steh mit Vinzenz Justiniani, demOrdensmeister der Dominikaner, zur Verurteilung aller kirchen-feindlichen Bücher, wozu vielfach auch die Schriften des Frategerechnet wurden, zusammenzufinden. Diese Anordnung erschienum so bedrohlicher, je zahlreicher und gefährlicher die Sturm-truppen waren, die dem Papste bei seinem Kampfe gegen denFrate zur Verfügung standen an ihrer Spitze die Väter derGesellschaft Jesu.

Es ist äußerst bemerkenswert, daß die Jesuiten schon bei ihremersten Zusammenpralle mit Savonarola eine Haltung einnahmen,die sie fortan beharrlich beobachteten und von ihrem Standpunkteaus beobachten mußten. Ewig werden die Jesuiten Gegner desFrate bleiben, nicht aus Feindseligkeit gegen die Dominikanernoch aus Gehässigkeit gegen die Person des Propheten, sondernaus grundsätzlicher Gegnerschaft. In ihrer Auffassung der Reli-giosität im allgemeinen wie des Ordenslebens im besonderen bilde-ten Savonarola und Loyola die stärksten Gegensätze. Jener werteteals das Höchste im Christentume wie im Orden die große, opfer-willige Liebe, dieser blinden Gehorsam. Andere Orden, sagteIgnatius, mögen sich in Fasten, Nachtwachen und anderen Härten

56 Schnitzer, Savonarola