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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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S. MARCO DEN AUGUSTINERN EINGERÄUMT

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vinz anzuschließen oder zu den Konventualen überzutreten 113 . DieFreude der Lombarden am Untergange des Verbandes vonS. Marco sollte nicht lange währen. Schon 1531 wurde auch ihreKongregation aufgehoben und ihre Klöster unter die reformiertenProvinzen vom heiligen Dominikus und vom heiligen Peter Mar-tyr verteilt 114 .

Freilich, das Kloster S. Marco bestand immer noch, der Herdund Mittelpunkt aller Savonarola-Erinnerungen, mit welchen derGedanke an die großen Tage der Freiheit und Volksherrschaftunzertrennlich verknüpft war. Von Anfang an blickte daherCosimo de' Medici, seit 1537 Herzog von Florenz, von Pius V. 1569zum Groß herzöge von Toskana ernannt, mit scheelen Augen aufdie Mönche. Als nun ein Bruder Benedikt von S. Miniato eineSchrift herausgegeben hatte, worin er das ärgerliche Leben derPäpste, Prälaten und weltlichen Fürsten rügte und namentlichauch den gegenwärtigen Herrscher von Florenz und seine Familiemit dem Zorne Gottes bedrohte, nahm Cosimo dieses Werk, vondessen Inhalt er durch einen entlaufenen Dominikaner Kenntniserhalten hatte, zum willkommenen Anlasse, den Brüdern vonS. Marco am 31. August 1545 den Befehl zu erteilen, ihr Klosterbinnen Monatsfrist den Augustinern von S. Gallo zu räumen, dieihr prächtiges, einst von Lorenzo de' Medici erbautes Haus beider letzten Belagerung der Stadt verloren hatten 115 . Von PapstPaul III. ob seines eigenmächtigen Vorgehens zur Rede gestellt,erging sich der Herzog in den leidenschaftlichsten Beschwerdenüber die Erzheuchler von S. Marco 116 , die dem Hause Medici vonjeher Feindschaft geschworen hätten; wüßte er, daß sich sein SohnFranz je mit dem Gedanken ihrer Zurückberufung trüge, so würdeer ihn sofort enterben. Auf den heiligen Antonin dürfe man sichzu ihren Gunsten nicht berufen; wäre er noch am Leben und säheer das Treiben seiner entarteten Söhne, so würde er sie alle zu-sammen mit einem Steine am Halse ins Wasser versenken.Anallem," schrieb Cosimo seinem römischen Gesandten 117 ,ist nurSavonarola schuld, der seinen Mönchen mit dem schlechten Bei-spiele falscher Lehre und üblen Wandels voranging. Zwar gibtman jetzt den Bruder Benedikt von S. Miniato für verrückt aus;allein seine hochgelehrten Schriften beweisen, daß er mehr ein ge-meingefährlicher Bösewicht als ein Narr ist. Er ist der Verfassereines dicken Buches gegen die päpstliche Gewalt, worin er alles,