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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE VERFOLGUNG DES TOTEN

den Gläubigen, welche Schriften des Frate besaßen oder lasen, dieLossprechung und gingen von Haus zu Haus, um die Leute, be-sonders einfältige Weiblein, zu bereden, bei ihnen, nicht aber beiden Brüdern von S. Marco, die dem Banne verfallen seien, zubeichten 24 . Neuerdings gab der erzbischöfliche Generalvikar denAuftrag, bei den Frateschen Haussuchung nach roten Kreuzchenzu halten. Es wurden einige Tausend eingesammelt und dem Ge-neralvikar ausgeliefert, der sie seinem Koche für die Küche über-ließ.Ich gab das meinige nicht her", berichtet einer derTreuesten 25 !

Daß die Signorie bzw. die Arrabbiaten ihren Zorn erst recht anden Brüdern von S. Marco ausließen, verstand sich von selbst. Eswar sogar davon die Rede, das Kloster dem Erdboden gleichzu-machen; der Antrag, wiederholt eingebracht, fand jedoch nicht dienötige Mehrheit. Man begnügte sich damit, Maurel, den Bruderdes Frate, für immer, die Mönche Marian Ughi, Nikolaus vonMailand, Christoph von Mugello und Robert Ubaldini auf zehnJahre aus dem gesamten Stadt- und Landbereiche von Florenz zuverbannen, ein Los, das sofort auf sechs weitere Brüder, darunterMalatesta Sacramoro und Anton von Radda ausgedehnt wurde 28 ;doch hob eine den Frateschen wohlgesinnte Signorie diese Verfü-gung 1500 auf, so daß die Brüder ungefährdet ins Kloster zurück-kehren konnten 27 . Zwei Monate lang mußten die Tore des Klostersund der Kirche S. Marco geschlossen bleiben, Polizeidiener hieltenWache und wehrten jedem Laien den Eintritt 28 . Die Brüder durf-ten weder Messe lesen, noch ihr gemeinsames Chorgebet verrichten,noch ihre gewohnten Almosengänge durch die Straßen der Stadtunternehmen, und wären verhungert, wenn sie nicht von Wohl-tätern mit Nahrungsmitteln versehen worden wären. Tag undNacht strichen Lotterbuben ums Kloster und stießen Schimpf- undLästerreden gegen sie aus 29 . Die Brüder wurden aus der Sapienzvertrieben, obschon die Mietzeit noch lief, der unterirdische Gang,der dieses Gebäude mit dem Kloster verband, wurde geschlossen 30 .Die griechische und lateinische Bücherei Peter Medicis, für welchedie Mönche 3000 Gulden ausgegeben hatten, wurde ihnen geraubtund in den Palast verbracht 31 . Das Vorrecht, in der Kapelle desSignorenpalastes die Messe lesen zu dürfen, wurde ihnen entzogenund den Franziskanern von S. Miniato eingeräumt 32 . Als könne siesich in ihrem niedrigen Hasse nicht genug tun, faßte die Signorie