DER VERLUST DER PIAGNONA
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sogar den kindischen Beschluß, die Glocke von S. Marco, welchedie Piagnonen in der Sturmnacht zur Verteidigung des Klostersangefeuert hatte, die Piagnona, aus dem Glockenturme zu entfer-nen und den Franziskanern von S. Miniato zum Lohne für ihreDienste und Verdienste im Kampfe wider den Frate zu übergeben.Sogar zu der lächerlichen Verfügung verstieg sie sich, die Piag-nona solle, weil des Hochverrats und der Feindschaft gegen dasVaterland schuldig, auf 50 Jahre aus der Stadt verbannt sein 33 . Mei-ster Cronaca wurde zur Strafe für seine treue Anhänglichkeit anden Frate gezwungen, die Abnahme und Überführung zu leiten 34 .Unter dem Jubel des Pöbels wurde sie auf einem Karren nachS. Miniato geschafft und unterwegs vom Henker ohne Unterlaßausgepeitscht 35 .
Der Verlust ihrer Glocke traf die Brüder ins Herz. Für den Fratehatten sie, als er im Kerker schmachtete, keinen Finger geregt.Nun aber setzten sie alle Hebel in Bewegung, um eine Maßregelrückgängig zu machen, die sie als eine unerträgliche Schmach nichtnur für ihr Kloster, sondern für den ganzen Orden empfanden.Sie bestürmten die Kardinäle Caraffa, Carvajal und Sangiorgio umihre Hilfe, sie flehten den Papst um seine Fürsprache an, sie san-ken so tief, sogar den Mohren um seine Vermittlung anzubetteln 36 ,auch der Provinzial der französischen Ordensprovinz mußte aufseiner Rückreise von Rom in Florenz ein gutes Wort für sie ein-legen 37 . Sogar der Ordensprokurator Franz Mei ward nun, wieNikolaus von Mailand an seinen Freund und Leidensgenossen Ro-bert Ubaldini schrieb 38 , zum „Schilde des Heiles", entschlossen,jetzt, nachdem er S. Marco gedemütigt, ja zugrunde gerichtethatte, den Großmütigen zu spielen und für die Glocke „bis aufsBlut" zu kämpfen. Unter Berufung auf die vielen Verdienste, diegerade er sich um den Sturz des Frate erworben habe, forderte erdie Signorie nachdrücklich auf, das an den Brüdern begangeneUnrecht baldigst wieder gut zu machen. „Als Sachwalter des gan-zen Ordens verpflichtet, seine Ehre zu wahren und zu verteidigen,kann ich es", erklärte er 39 , „nicht gleichgültig mit ansehen,wie unserKloster S. Marco nach verschiedenen anderen Unbilden, die ihmzugefügt wurden, nun auch noch seiner einzigen Glocke beraubtwird. Das Kloster entfaltete allzeit die segensreichste Wirksam-keit zum Besten der Stadt und war stets ein Spiegel der Heiligkeitund voll frommer und heiliger Ordensmänner, mag sich gleich