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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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DIE VERFOLGUNG DES TOTEN

Kindern vor 13 . Es regnete Flugschriften gegen den Propheten, inwelchen man ihm alle nur erdenklichen Schandtaten andichtete.Solche Schriften, durch zungenfertige Buben und leichtfertigeMarktschreier und Bänkelsänger an allen Ecken und Enden derStadt wie auf allen Jahrmärkten feilgeboten und mit den Wortenangepriesen:Wer kauft die Lumpereien des Frate?", fandenreißenden Absatz 1 *. Ein Maler namens Aghetto fertigte eine großeMenge Fächer an mit den Bildnissen der drei Mönche am Galgenund einer Spottinschrift. Johann von S. Miniato stellte den Fratein einer unzüchtigen Handlung mit einem Novizen dar und klebtedieses Bild an der Kirchentüre von S. Marco und anderen Plälzenan. Denselben Schimpf fügte er einem Karmeliten zu, der imDome in der Art des Frate furchtlos die Laster rügte; obschon erob solcher Buchlosigkeit tausendmal den Feuertod verdient hätte,so kam er doch mit einem Stadtverweise davon 15 . Die Piagnonenwaren vogelfrei. Kein noch so vornehmer und verdienter Bürgerkonnte sich auf der Straße blicken lassen, ohne den gemeinstenBeschimpfungen und rohesten Mißhandlungen durch das von denArrabbiaten verhetzte Gesindel schutzlos preisgegeben zu sein 1 ".Selbst ein so hochgeschätzter Mann wie PA. Soderini wurde, als ersich an Christi Himmelfahrt aus dem Hause wagte, von Arrabbia-ten und den von ihnen besoldeten Buben angefallen und wäre einKind des Todes gewesen, hätten ihm nicht einige wackere Freundein höchster Not Hilfe gebracht 17 . Wer nur immer konnte, suchtein den benachbarten Städten Schutz. Simon Filipepi flüchtete sichnach Bologna, wo er eine Menge Landsleute antraf, die hier gleichihm auf bessere Zeiten warteten 18 . Unbescholtene Männer, wie dieNotare Philipp Cioni und Benedikt von Terrarossa, wurden auskeinem anderen Grunde, als weil sie die Eingaben vom Sommer1497 aufgesetzt hatten, Franz von Romenaum eines Geredeswillen", Hieronymus Torsellini und Philipp Gori ob ihrer Trauerum den Frate zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt. Das gleicheSchicksal blieb dem Dichter Hugolin Vieri trotz seiner Schmäh-schrift gegen den Frate nicht erspart 19 . Martin, derNarr vonBrozzi" genannt, der mit zerlumpten Kleidern und wirren Haarenschreckliche Heimsuchungen zur Strafe für die Hinrichtung desFrate verkündete (1500), wurde wiederholt in den Kerker gewor-fen, ließ sich aber nicht einschüchtern 50 . Ein begeisterter Verehrerdes Frate war Peter Bernhardin, Bildhauer und Goldschmied aus