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STELLUNG ZUR KUNST UND DEN KÜNSTLERN
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Frate war ferner darauf bedacht, die so beliebten Lauden 183 inden Dienst seiner Sache zu stellen. Seit alter Zeit hatte sich derBrauch eingebürgert, an den Samstagen abends vor einem Ma-donnenbildnisse in einer Kirche oder Kapelle fromme Lauden inWechselchören zu singen; während der ganzen Zeit des Interdiktsvom Jahre 1376 hatten sich Männer, Frauen und Kinder in denKirchen eingefunden, um sich mit solchen Gesängen über denMangel eines regelmäßigen Gottesdienstes hinwegzuhelfen 184 . Sofertigte er denn, wie wir schon sahen, solche Lauden auch selbstan und bewog seinen Freund Hieronymus Benivieni, den gefeier-ten Dichter, das gleiche zu tun; er sorgte dafür, daß die ausgelas-senen Weisen, nach welchen namentlich die von Lorenzo Magni-fico gedichteten Lauden gesungen wurden, durch würdevolle Me-lodien ersetzt wurden 185 . Auch in S. Marco selbst pflegte er denGesang. Es fehlte unter den Brüdern nicht an geschulten Sängern;Bonifaz Landini war als „musicus harmosissimus" geschätzt 186 .Durch sie ließ er besonders gegen Ende seiner Wirksamkeit, alsdie Zuhörer abzunehmen begannen, nach der Predigt einenPsalmvers anstimmen, worauf die übrigen Brüder mit dem Volkeden Psalm in Wechselchören zu Ende sangen. Nicht einmal dasOrgelspiel verbot er seinen Mönchen. Er verglich die Schöpfungmit einer Orgel, die ihren Tenor und Sopran habe 187 , und ließ denPsalmen- und Hymnensang seiner Brüder mit der Orgel beglei-ten 188 . So war dem Manne, der ihn gegen den Vorwurf in Schutznahm, die Orgel und figurierten Gesänge eine Erfindung des Teu-fels genannt zu haben, die Sache leicht gemacht. Wolle man,konnte er entgegnen 189 , den Stab über den Frate brechen, so müsseman auch die römische Kirche verdammen, welche die Orgel nochimmer nicht zugelassen habe. Auch der heilige Thomas schweigevon ihr, der Kardinal Cajetan lege zwar für sie eine Lanze ein,stehe aber bei vielen Gelehrten ob seines Laxismus in üblem Ge-rüche.
Erst hier ist der Ort, die Stellung Savonarolas zur Renaissanceüberhaupt einer zusammenfassenden Würdigung zu unterziehen.Neuerer Anschauung zufolge hätte er den Geist der Renaissancevöllig mißverstanden. In seinem theologischen Übereifer habeer, so wird behauptet 190 , den Kern der Renaissance in der Wieder-belebung des klassischen Altertums und Heidentums erblickt undübersehen, was sie und der Humanismus der menchlichen Kul-