LORENZO DI CREDI UND PERUGINO
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cini und Br. Eustach 75 . Weitaus der bedeutendste unter ihnen warBr. Eustach, der „Bartolomeo della Porta der Miniaturkunst", wieer um der Großzügigkeit seiner Zeichnung willen genannt wurde 76 .1473 geboren, fertigte er mehrere Psalterien und Chorbücher zumGebrauche seiner Mitbrüder wie der Kanoniker von St. Maria delFiore an und stattete sie mit den feinsten Verzierungen und Ara-besken von raffaelischem Geschmacke, mit den herrlichsten Ini-tialen und entzückendsten Kleingemälden und nackten Puttenaus. Mit vorzüglichem Gedächtnisse begabt, wußte er den ganzenDante auswendig und sagte unzählige Stellen aus ihm auf. Aufseinen Stock gestützt, humpelte er in seinen alten Tagen durch dieKlostergänge und empfing häufig die Besuche Vasaris, der sich,als er das erstemal an seinen Künstlerleben schrieb, gerne mit ihmüber die alten Meister unterhielt, die Eustach in seiner Jugendnoch persönlich gekannt hatte; er starb 25. September 1555 inS. Marco 77 . Daß sich unter dem Einflüsse des Frate im Kloster derheiligen Katharina von Siena zu Florenz sogar Nonnen der Malereihingaben, sahen wir bereits. Die Schwester Plautilla Nelli (1523bis 1528) entwickelte sich, wahrscheinlich von Br. Paulin vonPistoja, dem Lieblingsschüler Bartolomeo della Portas, unterwie-sen, zu einer gefeierten Künstlerin, die trotz der erheblichenSchwierigkeiten, mit welchen sie beim Mangel männlicher Mo-delle zu ringen hatte, eine Reihe figurenreicher Gemälde schuf, soeine Kreuzabnahme, eine Anbetung der heiligen drei Könige, eineKreuzigung und Ausgießung des Heiligen Geistes 78 .
Unter den eifrigen Frateschen war einer der eifrigsten Lorenzodi Credi 79 (1459—1537), Verocchios Lieblingsschüler, vertrauterFreund Hieronymus Benivienis, dessen Bildnis er malte. Niemalsstellte er seinen Pinsel in den Dienst heidnischer Götterfabeln;seine Seele, rein und einfältig gleich einem Kinde, gab sich in Ma-donnenbildern von unbeschreiblicher Zartheit und Innigkeit aus.Auch PeterVanucci, genannt Perugino (1446—1523), von GiovanniSanti, dem Vater Raffaels, als der „göttliche Maler" gepriesen,war vom Geiste des Frate berührt 80 . Niemand verstand es wie er,die schwärmerische Verzückung gottbegnadeter Seelen zu malen;daß der Leib durch die ihn verklärende gottinnige Seele seineleuchtende Schönheit erhalte, dieser Hauptgrundsatz des Frate warauch der seinige. Ganz im Sinne des Frate stellte er in seiner Grab-legung die Jungfrau als die tapfere Heldenmutter dar, die in er-