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STELLUNG ZUR KUNST UND DEN KÜNSTLERN
rein Sinnliche; namentlich ist es außerordentlich auffällig, daß er i a "'
das längst vor ihm selbst von frommen Meistern unbedenklich - t *' 1 i l
verwendete Motiv der Stillung des Kindes an der Mutterbrust auch J^'"
nicht ein einziges Mal benutzte, durchaus im Sinne des Frate, der : 1{d»reni
es mißbilligt hatte, die Madonna mit entblößter Brust darzustellen. i* se
Was sind die Madonnen Raffaels anderes als Verkörperungen des m™
stammelnden Kindesrufs „Mamma mia", der aus dem Munde des ^nvon r
Frate so oft an das Ohr seiner Verehrer und durch Bartolomeo j und ei
auch an das Raffaels gedrungen war! Kein Maler verstand es wie ifi'orz
er, all das, was für den Frate und seine Söhne in diesem religiösen :»™
Naturlaute an traulichster Marienliebe beschlossen lag, in der be-zaubernden Holdseligkeit der äußeren Erscheinung der Jungfrau,in welcher sich keuschester weiblicher Liebreiz und zärtlichste,durch die Ahnung künftigen unaussprechlichen Leides umschat-tete Muttersorge paarten, auf die Leinwand zu bannen. Als echterJünger des Frate offenbarte sich der Urbinate ganz besonders inder Art, wie er die Dolorosa in seiner Grablegung darstellte: ruhigund tränenlos, wie sie der Frate geschildert hatte, von keinemSchmerze verzerrt und niedergeworfen, breitet sie die Arme ausund blickt gottergeben nach oben 73 . Raffael trug sogar kein Be-denken, den Frate in einem seiner bewundertsten Meisterwerke,in der Disputä, ein Denkmal stiller Verehrung zu setzen, indem ersein Bild unter die ehrwürdigen Kirchenmänner einschmuggelte,die sich in Betrachtung und Anbetung um das allerheiligste Sakra-ment gruppierten, dem der Prediger zeitlebens und namentlichnoch in den letzten Monaten vor seinem Tode die inbrünstigsteAndacht gewidmet hatte 74 .
Bartolomeo della Porta war nicht der erste und nicht der einzigeKünstler in S. Marco. Wenn er mit seinem Freunde Raffael diegeweihten Hallen des Klosters durchwandelte, so konnte er ihmmit freudigem Stolze die entzückenden Bilder weisen, die der inHimmelsfarben getauchte Pinsel Fra Angelicos an die Wände ge-zaubert hatte; und wenn sie zusammen in der Werkstätte vorihren Staffeleien standen, so sahen sie sich von einem erlauchtenKranze kunstbeflissener Brüder umringt, die noch aus der Handdes Frate selbst das Ordenskleid empfangen hatten: so die MalerAugustin von Mugello, Augustin Macconi und Bruder Andreas, y
der Plastiker Ambros della Robbia, die Baumeister Br. Dominikus ^
und Br. Franz, die Miniatoren Benedikt Bettuccio, Philipp Lappa- ,,,.