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2 (1924) Das Streben
Entstehung
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MARIENS STARKMUT BEIM TOJJE JESU

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göttliche Allmacht zu Hilfe gekommen. Freilich, in den vollenBecher der Freude fielen auch bittere Wermutstropfen. In derHeiligen Schrift zu Hause und mit prophetischem Geiste mehrnoch als selbst die Propheten begabt, wußte sie es, erklärt"der Frate in der Karfreitagspredigt 1495, im voraus, daß ihrSohn als Erlöser der Welt zum Kreuzestode bestimmt sei; undso ging sie in schwere Gedanken versunken einher, und wennsie ihren Sohn auch nicht zu befragen wagte, so werden sie sichwohl oft verständnisvoll in die Augen geblickt haben. Schließlichaber offenbarte er ihr die ihr bisher unbekannte Zeit seines Lei-dens und Sterbens; und nun pflogen sie noch traute Zwiesprachezusammen, um dann Abschied voneinander zu nehmen. Dieseinnige Seelengemeinschaft von Mutter und Sohn schilderte Savo-narola auch in der Karfreitagspredigt des folgenden Jahres 43 ,hauptsächlich vom Bestreben geleitet, nach dem Vorbilde desStabat Mater" Mariens Starkmut beim Tode Jesu zu verherr-lichen. Wie die Sibyllen die Ankunft des Erlösers den Heidenvoraus verkündet hatten, so die Propheten den Juden; Mariawar daher über das Los ihres Sohnes sehr wohl unterrichtet. Vonder Erbsünde auf wunderbare Weise gereinigt und daher derSchwäche des Fleisches nicht unterworfen, ergab sie sich voll-kommen in den Willen des himmlischen Vaters und war dahermit dem Leiden Christi ganz einverstanden. Gleichwohl litt sieihrer sinnlichen Natur nach mit ihrem Sohne, und zwar in einemMaße, daß ihr Leiden die Leiden aller Märtyrer übertraf; aberihr Leiden stand stets unter der Herrschaft ihrer Vernunft, so daßsie sich um des aus dem Leiden fließenden Heiles willen darobfreute. Wie Jesus selbst war sie daher froh und traurig zugleich.Denke nicht, daß sie in verzweifeltem Schmerze mit lautem Weh-klagen und wirren Haaren durch die Straßen der Stadt lief. Siekonnte sich beherrschen. Ergeben und gefaßt folgte sie ihremSohne auf seinem Leidenswege. Sie vergoß wohl manch bittereTräne, aber sie ging doch nicht in Schmerz auf, so daß sich dieLeute über ihre Gelassenheit wunderten. Sie machte es nichtwie andere Frauen, die ihre Gefühle nicht zu meistern verstehen.Es ist auch nicht wahr, daß sie der Stärkung durch Magdalenabedurfte, im Gegenteil stärkte sie die anderen Frauen, nur desTrostes ihres Sohnes bedürftig. Und aus der Mater dolorosaward die Mater gloriosa. Wie als die trotz aller Schmerzen stand-