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STELLUNG ZUR KUNST UND DEN KÜNSTLERN
Gemach seiner Seele mit ihren Zügen ausmalt, mit ihrem Gesichte,ihren Augen und Gebärden, so hat ein von Liebe zum Erlöserentflammter Christ unablässig das Bild seines Leidens und Ster-bens vor sich; denn „die Liebe ist wie ein Maler. Ein tüchtigerMaler, wenn er gut malt, so sind die Leute über seine Gemäldeso entzückt, daß sie sich in ihre Betrachtung versenken und zu-weilen ganz außer sich geraten und fast sich selbst vergessen 38 ".Am stärksten regte er die Phantasie der Künstler durch seineGesichte an, besonders durch die berühmte Vision von der Handmit dem Schwerte 39 und der Inschrift: „Schwert des Herrn überdie Erde rasch und bald", sodann auch durch das Gesicht vomKarfreitage 1496 vom Kreuze auf blumiger Au, das weithin in dieLande ragte und den Strom des Lebens zu den Völkern ergoß 40 .Wie die letzten Dinge des Menschen und das Leiden und Kreuzdes Erlösers, so stellte der Prediger seinen Zuhörern im allgemei-nen und den Künstlern unter ihnen im besonderen die Madonnavor Augen, wie sie ihren göttlichen Sohn von der Krippe biszum Kreuze begleitete. Mit den hellsten und lieblichsten Farbenschilderte er ihr seliges Mutterglück bei seiner Geburt 41 . Da aberder Erlöser zur Erde kam, um zu leiden, so ruhte er neugeborennicht im Schöße seiner Mutter noch in ihren Armen, um seinLeben nicht in sinnlichem Wohlbehagen zu beginnen, sondern lagausgestreckt auf dem Boden oder auch wohl in dem von seinerMutter bereiteten Lager aus Heu. Und so lag denn das zarteKnäbchen in rauher Winterszeit bei größter Kälte auf nackterErde, mit den Füßchen nahe den Knien der Mutter, das Köpf-chen ihr zugekehrt, so daß sie sich gegenseitig ansehen konnten.Und so blickte Jesus sie an, als wollte er sagen: „Siehst du dennnicht, daß ich deines Dienstes bedarf?" Sie aber betete ihn wei-nend an, und mit größter Andacht und Ehrfurcht hob sie ihnauf und küßte ihn und wickelte ihn in armselige Windeln, dennsie war die Frau eines armen Handwerkers. Und so kniete dieJungfrau vor ihrem Söhnchen in der Krippe, und ebenso Joseph,auf der anderen Seite aber waren der Ochs und der Esel, unddie Engel in der Höhe sangen um die Wette ihr Gloria, und dieHirten eilten herbei, um das Kind ebenfalls anzubeten, und derStern strahlte am Himmel und leuchtete den Magiern voran.So groß war Marions Freude an der Krippe, daß sie vor Selig-keit und Liebe ganz außer sich geraten wäre, wäre ihr nicht die
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